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Güterzüge
Ein Güterzug bei der Durchfahrt am Bahnhof Lüneburg. (Foto: t&w)

Die Bahn stellt bei Güterzügen einfach auf Durchzug

Lüneburg. Am Lüneburger Bahnhof finden keine Lautsprecherdurchsagen mehr statt, die bislang Menschen am Bahnsteig vor durchfahrenden Zügen gewarnt haben. Und zwar aus Gründen des Lärmschutzes. Das teilte die Pressestelle der Deutschen Bahn auf Nachfrage der Landeszeitung mit.

Die Ansagen an Gleis 1 waren bereits im vergangenen Sommer aufgehoben worden. Nun ist auch Gleis 2 von der Neuregelung betroffen. Umso mehr müssen Bahnreisende künftig darauf achten, die weißen Markierungen an der Bahnsteigkante nicht zu betreten, falls unvermittelt beispielsweise ein ICE mit maximal 110 Kilometern pro Stunde über die Lüneburger Bahnhofsgleise rauscht.

Gegenüber der Landeszeitung teilt die Deutsche Bahn mit: „An ausgewählten Stationen wird nach eingehender Prüfung auf die Durchführung von Warnansagen verzichtet, sofern nach einer rechnerischen Risikobewertung für die Bahnsteigkanten – entsprechend eines Risikomodells – die Sicherungsmaßnahme ‚akustische Reisendenwarnung‘ nicht mehr erforderlich ist.“ Anlass für diese Maßnahmen seien Immissionsschutzvorgaben von der Bundesregierung und von der niedersächsischen Landesregierung.

„Insbesondere die Anwohner von Stationen sollen vor Lärmbelästigungen – die von Lautsprecheranlagen ausgehen – geschützt werden“, heißt es bei der Bahn weiter. Um die Reisenden für das Wegfallen der Warnansagen zu sensibilisieren, hatte es im Vorfeld beständige Hinweise gegeben – über Lautsprecheransagen. Derzeit weist immer noch eine Laufbandanzeige auf der digitalen Abfahrtsübersicht auf die Neuregelung hin.

Neben den Zügen im Personenfernverkehr, die teilweise ohne Halt Lüneburg passieren, fahren pro Tag zusätzlich bis zu 180 Güterzüge durch den Bahnhof der Salzstadt. dth

4 Kommentare

  1. Macht Sinn: einfahrende Züge, auf die man vorbereitet ist und wartet, werden angesagt (obwohl beispielsweise Busse auch nicht angesagt werden) und bei Zügen, mit denen man nicht rechnet, greift der Lärmschutz wegen der ohrenbetäubenden Ansage…

  2. Na wenigstens wird nach wie vor in regelmäßigen Abständen auf das Rauchverbot und die Raucherbereiche hingewiesen.
    Ist das eigentlich eine andere Art von Schall, rego Lärmbelästigung für die Anwohner?

  3. Die mit unvermiderter Geschwindigkeit durchfahrenden Güterzüge verursachen kein Lärmproblem (durch Lautsprecherdurchsagen).
    Diese Züge (Besonders die Containerzüge) SIND ein ohrenbetäubendes Lärmproblem-

  4. Toll, dass die Bahn die wegfallenden Durchsagen von Zugdurchfahrten nahezu komplett durch Ansagen, die auf das Rauchen in gekennzeichneten Bereichen hinweisen ersetzt hat. Eine Reduzierung des Lärms ist so ja wohl kaum möglich.
    Da sich ja auf den Gleisen 1 und 2 je nach Tageszeit mehrere hundert Menschen gleichzeitig wartend aufhalten, ist hier der Verzicht auf Durchfahrts-Ansagen nur mit Dummheit und Ignoranz zu erklären.