Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Botanik-Safari durch Lüneburg
Ein Auftritt bei TV Total machte Jürgen Feder bekannt, seitdem begeistert er viele Menschen für die faszinierende Welt der Pflanzen. Foto: privat

Botanik-Safari durch Lüneburg

Lüneburg. „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert – so ist es bei den Pflanzen auch. Es widert mich an, nur das Besondere zu bestaunen, das finde ich arrogant und abgehoben.“ Botaniker Jürgen Feder ist einer, der sich gerne aufregt, wie er sagt. Auf einen erhobenen Zeigefinger wartet man bei dem gebürtigen Flensburger vergebens. „Alles Oberlehrerhafte ist mir fremd, ich möchte die Menschen unterhalten, wenn sie dabei etwas lernen, umso besser“, so Feder. Wahrscheinlich ist seine unkonventionelle Art der Grund, dass seine „Botanik-Safaris“ sich so großer Beliebtheit erfreuen.

Ausbildung zum Landschaftsgärtner

Beachtlich ist allerdings auch seine Expertise: Nach dem Abitur absolvierte er eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner, darauf folgte ein Studium zum Diplomingenieur für Landespflege, Flora und Vegetationskunde. Danach war er lange Zeit als selbstständiger Landespfleger und Chef-Pflanzenkartierer mit Schwerpunkt der Pflanzen-, Tier- und Biotoptypen tätig.

Die Leidenschaft für Pflanzen wurde ihm in die Wiege gelegt, Feders Vater war Gartenbauingenieur. „Eigentlich wollte ich in seine Fußstapfen treten, aber dann war mir das doch zu langweilig- immer die gleichen zehn Baum- oder Straucharten verwursten. Es gibt so viel mehr da draußen und mich haben schon immer gerade die kleinen, unscheinbareren Pflanzen interessiert“, erzählt Feder. Zudem hätten seine Zeichenkünste nicht ausgereicht, fügt er schmunzelnd hinzu.

TV-Total-Auftritt machte ihn bekannt

Auf seinen Enthusiasmus für die Pflanzenwelt und vor allem seine Kodderschnauze wurde schließlich die Medienwelt aufmerksam – sein Auftritt bei TV-Total im Jahr 2013 erlangte Kultstatus, viele weitere Fernsehauftritte folgten. Beflügelt von vielen positiven Feedbacks wagte Feder vor sechs Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit, den er nicht bereut. Seither bietet er Exkursionen an, wobei sein Fokus vor allem auf dem „Wilden“ liegt. „Ich liebe es, die Menschen zum Staunen darüber zu bringen, was es alles vor der eigenen Haustüre gibt“, sagt Feder. Mit unglaublicher Begeisterung spricht er über Pilze, Flechten, Moose und Farne – und über Lüneburg, für ihn ein botanisches Eldorado. Allein 200 Löwenzähne wachsen hier, weiß Feder. 700 sind es in Niedersachsen, 2000 in ganz Deutschland. „Wilde Tulpe, Kalkpflanzen, Rosen, Tauben-Skabiose, Lüneburg ist ein Paradies für Blumen-Freunde“, schwärmt Feder. Und den Kalkberg bezeichnet er als absolute Sensation. „Das ist Natur aus zweiter Hand.“

Am Wochenende wird er Lüneburgern seine Welt der Pflanzen näherbringen, nicht nur am Kalkberg, sondern auch in Salzhausen. „Das wird auch spannend, dort wachsen ganz seltene Farne und besonders der alte Güterbahnhof ist ein toller Ort. Durch den Verkehr haben sich dort viele ungewöhnliche Arten angesiedelt, mal gucken, was wir schaffen“, gerät Feder wieder ins Schwärmen. Lüneburg und Umgebung kennt er gut, seit seiner Studienzeit führt er Erhebungen über das Vorkommen von Pflanzen durch, vergleicht, was sich über die Jahre verändert hat. Dafür kam er aus Hannover oft in den Landkreis Lüneburg.

„Der Kalkberg ist eine botanische Sensation“

Was man von einer Tour mit ihm erwarten kann, beschreibt er so: „Einfach losgehen und sich von dem überraschen lassen, was uns vor die Flinte kommt. Ich beziehe die Teilnehmer ein, das wird kein langweiliger Monolog.“ Feder ist stolz darauf, sich sehr gut Gegenden und Arten merken zu können. „Garniert mit meinen Anekdoten bleibt vielleicht auch bei meinen Zuhörern ein etwas hängen“, hofft er. Was er ihnen außerdem gerne mit auf den Weg geben möchte: Man muss nicht alles besitzen. „Ich freue mich über das, was ich sehe.“

Am Sonnabend, 27. April, bittet Feder zur Exkursion durch Salzhausen. Treffen ist um 11 Uhr an der Kirche, Hauptstraße/Ecke Winsener Straße. Eine weitere ist am Sonntag, 28. April, in Lüneburg, Treffen um 11 Uhr an der Straße Beim Kalkberg – Dauer jeweils rund 3,5 Stunden inklusive Pause für ein selbst mitgebrachtes Picknick. Teilnehmer zahlen 25 Euro, ermäßigt 20 Euro.

Von Lea Schulze