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In Lüneburg wird kräftig gedealt. Die drobs hilft Menschen, die aus der Sucht aussteigen wollen. (Foto: t&w)

Wege aus der Sucht

Lüneburg. Sucht zeigt viele Formen: Menschen können abhängig sein von Alkohol, Drogen, Medikamente und Glücksspiel, sie können an Essstörungen leiden. Die Droge nberatungsstelle, kurz drobs, bietet seit Jahrzehnten Wege, die aus der Abhängigkeit führen können. Jetzt hat die drobs ihren Jahresbericht für 2018 vorgelegt. Einige Schlaglichter.

Rund 1500 Betroffene oder Angehörige haben um ein Beratungsgespräch gebeten, mehr als zwei Drittel von ihnen sind Männer. Mehr als 37 Prozent der Klienten waren von Stoffen wie Heroin abhängig, etwa 2,5 Prozent nahmen Kokain, Marihuana und Haschisch spielten bei knapp 10 Prozent eine Rolle. Von „schädlichem Gebrauch“ von Alkohol beziehungsweise einer Abhängigkeit sind gut 36 Prozent der Hilfesuchenden betroffen.

Auch das Spiel an Automaten ist ein Thema

Jeanette Schwenkenberg ist bei der drobs Ansprechpartnerin für Kinder, in deren Familien Alkoholabhängigkeit ein Problem ist. (Foto: ca)

Die drobs unterbreitet verschiedene Angebote wie ambulante Gesprächskreise. Dazu kommt Streetwork gemeinsam mit Kollegen der Herberge, gemeinsam sucht man Männer und Frauen auf, die sich an den Bushaltestellen am Sand oder im Clamartpark treffen.

Auch Substitution ist ein Thema: Wer von Opiaten abhängig ist, erhält durch Ärzte einen Ersatzstoff. Parallel helfen Sozialarbeiter, für Probleme gemeinsam mit den Patienten Lösungen zu entwickeln. Stichworte können sein: Wohnungslosigkeit, Schulden, Straffälligkeit.

Auch das Spiel an Automaten ist ein Thema: 122 Menschen fragten um Hilfe, knapp 80 kamen öfter, sieben gingen in eine stationäre Therapie. Die drobs kooperiert hier mit einer Selbsthilfegruppe anonymer Spieler.

Im Blick haben drobs-Leiterin Gudrun Mannstein und ihre Kollegen auch die Angehörigen von Abhängigen. Auch für sie bestehen therapeutische Angebote – wenn man so will präventiv.

Kinder schlüpfen in Verantwortungsrollen

So startet am 4. September das Projekt Trampolin. Es richtet sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren, in deren Familien Alkohol ein Problem ist. Die Mädchen und Jungen haben Studien zufolge einen bis zu sechsfach höheres Risiko, ebenfalls in eine Abhängigkeit zu geraten. Die Sozialpädagogin Jeanette Schwenkenberg möchte „Kindern effektive Stressbewältigungsfertigkeiten sowie hilfreiches Wissen zu den Thema Sucht und Substanzen zu vermitteln, sie in ihrem Selbstwert zu stärken und sie durch die Enttabuisierung des Themas Sucht psychisch zu entlasten“.

Sie sagt: „Kinder innerhalb von Suchtfamilien schlüpfen in Verantwortungsrollen von Erwachsenen oder werden möglicherweise unbewusst zu bestimmten Rollenmustern getrieben.“ Dagegen könne man Strategien entwickeln.

Mehr Informationen unter (04131)  684460 oder unter jeanette.schwenkenberg@lebensraum-diakonie.de per Mail.

Von Carlo Eggeling