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„Tanzen ist meine große Leidenschaft“, sagt Mia Lauschner. Da wird dann auch schon mal die Fußgängerzone zur Bühne. Foto: t&w

Nach dem Abi zum Tanzen nach Uganda

Vögelsen. Sie hat sich die Sache reiflich überlegt. „Schon mit elf Jahren war mir klar, dass ich nach der Schule ins Ausland gehen und was Gutes tun möchte“, sagt Mia Lauschner. Inzwischen ist sie 19, an ihrem Wunsch aber hat sich nichts geändert, im Gegenteil: Jetzt wird es konkret, setzt sie ihn in die Tat um. Im August wird die frischgebackene Abiturientin nach Uganda fliegen, um Straßenkindern das Tanzen beizubringen und sie beim Lernen in der Schule zu unterstützen.

Im Sport spielt die Hautfarbe keine Rolle

Der Sport hat immer schon eine große Rolle gespielt im Leben der jungen Frau aus Vögelsen. „Weil es im Sport egal ist, welche Hautfarbe jemand hat, und keine Rolle spielt, woher er oder sie kommt“, begründet sie. Sie hat Handball gespielt, war als Kunstturnerin aktiv, hatte Sport an der Integrierten Gesamtschule Lüneburg auch als Leistungskursus im Abi. In einem aber geht sie seit acht Jahren richtig auf: „Ich bin leidenschaftliche Tänzerin“, erzählt Mia Lauschner, die auch in diesem Bereich einige Facetten ausprobiert hat. „Ich habe zum Beispiel einige Jahre Ballett gemacht.“

Choreografien zu Britney Spears und Chris Brown

Hängengeblieben aber ist sie beim Videoclip-Dancing. „Ich mag es einfach, mir Choreografien selbst auszudenken und zum Beispiel zur Musik von Chris Brown oder Britney Spears zu tanzen.“ Die bringt sie als Trainerin inzwischen auch anderen bei, viele ihrer Schülerinnen sind dabei genauso alt wie sie.

Weil ihr der Sport so wichtig ist, hatte sie nach einer Möglichkeit gesucht, ihre Leidenschaft mit den Auslandsplänen zu verbinden – und wurde schließlich fündig. Über das Förderprogramm weltwärts, das Freiwilligendienste im Ausland vermittelt, stieß sie auf den Sportverein ASC Göttingen, der eben in Uganda Bewegungsangebote und Lernunterstützung für Kinder bietet. „Es ist doch großartig, dass es eine solche Möglichkeit gibt. Ich werde dort also mit Kindern tanzen, aber auch in der Schule in Musik, Deutsch oder im IT-Unterricht helfen“, skizziert sie ihr Aufgabenprofil.

Viele neue Eindrücke

Leben wird sie in einer 4er-WG mit anderen Freiwilligen aus Deutschland, die wie sie in zwei Workshops auf ihre Aufgabe in Südostafrika vorbereitet werden. Ihre Eltern und ihre jüngere Schwester werden ein ganzes Jahr ohne sie auskommen müssen – und die 19-Jährige wiederum ohne sie. Ihre Zielsetzung beschreibt sie so: „Ich hoffe, dass die Kinder etwas mitnehmen, aber ich werde sicher auch von ihnen lernen und viele neue Eindrücke bekommen.“

Womöglich werden diese Eindrücke ihr auch helfen bei der Wahl, welchen Weg sie danach einschlagen will. „Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich studieren werde oder doch eher eine Ausbildung beginne.“ Vielleicht wird es aber ja doch was mit der Professionalisierung ihrer Leidenschaft: „Choreografin könnte ich mir auch gut vorstellen.“

So funktioniert’s

Unterstützer gesucht

Der Freiwilligendienst weltwärts , ins Leben gerufen vor elf Jahren vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, richtet sich an junge Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren. Einsatzorte sind Entwicklungsländer, die Freiwilligen bekommen in der Regel ein geringes monatliches Taschengeld. Das Programm wird mit bis zu 75 Prozent aus öffentlichen Mitteln gefördert, 25 Prozent werden von einer Solidargemeinschaft finanziert. Dazu sollen die Freiwilligen einen eigenen Unterstützerkreis aufbauen. Das sind Personen, die den Dienst durch einmalige oder monatliche Spenden unterstützen. Wer die junge Frau aus Vögelsen unterstützen möchte, erreicht sie per E-Mail an mia-lauschner@gmx.de .

von Alexander Hempelmann