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So soll die Anlage an der Soltauer Straße im Jahr 2021 aussehen. Illustration: DRK

Baustart nach langem Warten beim DRK

Lüneburg. Elf Jahre ist es her, dass der DRK Ortsverein Lüneburg erstmals Planungen für eine Seniorenwohnanlage vorstellte. Die sollte auf einem Grundstück der ehemaligen Firma Frido Anders an der Soltauer Straße entstehen. Von Anfang an sorgte das für eine große Nachfrage, doch die Realisierung verzögerte sich Jahr um Jahr. Fast drohte sie zu scheitern. „Wir sind sehr froh, dass wir dank einer Firma für Projektsteuerung nun doch alle Hürden überwinden konnten und demnächst mit dem Bau beginnen können“, sagt die Ortsvereinsvorsitzende Birte Schellmann. Rund 13,5 Millionen Euro werden in das Mietwohnungsprojekt investiert. Der Bauauftrag wurde einem Generalunternehmer zum Festpreis übertragen, voraussichtlich Anfang 2021 soll der Gebäudekomplex fertig sein.

150 Bewerber auf 56 Wohnungen

Wann immer in den vergangenen Jahre über das Projekt berichtet wurde, erhielt das DRK umgehend Anfragen. „460 Bewerbungen sind aufgelaufen. Nachdem fest stand, dass nun gebaut werden kann, haben wir die Interessenten angeschrieben und nachgefragt, ob noch Interesse besteht“, berichtet Geschäftsführerin Sabine Reckermann. Allein bis zum vergangenen Montag meldeten sich 150 Bewerber. 56 Wohnungen sollen in zwei Gebäudekomplexen auf dem 5000 Quadratmeter großen Areal zwischen Soltauer Straße, der Straße Hinter der Saline und dem Privatweg zum Postgelände entstehen.

Der Standort ist für ältere Menschen interessant. Denn praktisch vor der Tür liegen Geschäfte, Arztpraxen, Theater und Kurpark sind fußläufig zu erreichen. Attraktiv ist darüber hinaus, dass an das Haus eine Tagespflege mit 20 Plätzen gekoppelt ist. Doch die baulichen Anforderungen im Zusammenhang mit deren Einrichtung hätten unter anderem dafür gesorgt, dass sich die Umsetzung des Wohnprojektes hingezogen habe, sagt Birte Schellmann.

Ein langer Weg

Nach dem Kauf des Grundstückes 2008 liefen Planungen an, die aber wieder verworfen wurden. Ein neuer Architekt, neue Planungen, für die der Bebauungsplan geändert werden musste. Allein das habe eineinhalb Jahre gedauert, „die Stadt hat uns dabei aber sehr unterstützt“, betont Schatzmeister Harald Grürmann. Fast kapituliert habe man, als es darum ging, die Vorgaben beim Thema Tagespflege umzusetzen. „Wir sind sehr glücklich, dass es uns letztendlich doch gelungen ist, denn es gibt viel zu wenige Tagespflegeplätze. Und bei diesem Projekt sind sie dazu noch im Gebäudekomplex integriert“, erläutert Birte Schellmann.

Alles aus einer Hand

Dann lag die Baugenehmigung im vergangenen Jahr vor. Die Umsetzung des Projektes schien greifbar nah. „Doch in dem Moment hat unser Kreditgeber die Finanzierung zurückgezogen, weil die Baukosten in den vergangenen zwei Jahren um 1,5 Millionen Euro nach oben geschnellt waren“, sagt Grürmann. Ohne Finanzierung kein Bau. „Unser Projektleiter hat sich dann umgetan und schließlich eine Bank gefunden, die die Finanzierung möglich machte.“ Allein deshalb ist es aus Sicht der Vorsitzenden schon der richtige Schritt gewesen, eine Firma für Projektsteuerung zu beauftragen, die für alles von der Planung bis zur Fertigstellung des Gebäudes verantwortlich zeichnet.

2- und 3-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 47 bis 106 Quadratmetern werden entstehen, zum Teil rollstuhlgerecht. Alle verfügen über Balkon oder Terrasse. Der Mietpreis enthält laut Grürmann eine „kleine Pauschale für Service“. Unter dem Gebäudekomplex am Weg zum Postgelände ist eine Tiefgarage mit 41 Plätzen geplant. Zwischen den neuen Gebäuden und den bestehenden Gebäuden der Lüneburger Wohnungsgenossenschaft an der Soltauer Straße gibt es einen Innenhof, der für Geborgenheit sorgen soll, so die Vereinsvorsitzende. Mit Blick auf die vielen Bewerber soll nun eine Richtlinie für deren Auswahl erarbeitet werden.

von Antje Schäfer

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