Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Schule erhält ein neues Gesicht
Rund acht Millionen Euro will der Landkreis Lüneburg in den nächsten Jahren an den Berufsbildenden Schulen I auf dem Schwalbenberg investieren. Unter anderem Fassaden, Fenster und Klassenräume sollen erneuert werden. (Foto: t&w)

Schule erhält ein neues Gesicht

Lüneburg. Ende der 1970er-Jahre wurde das heutige Gebäude der Berufsbildenden Schulen I auf dem Schwalbenberg, damals noch als „Handelslehranstalt“, errichtet. Ab 2006 fand eine umfangreiche Brandschutzsanierung statt, weiter wurden das Flachdach saniert und Flurdecken erneuert. In manchen Bereichen befindet sich die Schule aber heute, 40 Jahre nach dem Bau, noch im „Originalzustand“. Das soll sich nun ändern.

In der Sitzung des Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen am Mittwoch, 28. August, 15 Uhr (Sitzungssaal der Kreisverwaltung) steht das Sanierungsprogramm für das Hauptgebäude der BBS I auf der Tagesordnung. Diskutiert wird über ein Projekt im Umfang von etwa acht Millionen Euro für die Haushaltsjahre 2020 bis 2022.

In der Bedarfsanmeldung, die die Schule der Kreisverwaltung vorgelegt hat, ist die Rede von „Beleuchtungseinrichtungen aus den 1970/80er-Jahren, für die keine Ersatzbauteile mehr verfügbar sind“, weiter von Räumen, die „seit Errichtung der Schule noch nie gestrichen wurden“, von defekten Sonnenschutzanlagen, die nicht mehr repariert werden können und von Bodenbelägen, die in 30 Klassenräumen, den angeschlossenen Fluren und einigen Verwaltungsräumen aus der „Errichtungszeit der BBS I“ stammen.

Aus Sicht der Kreisverwaltung, so heißt es in der Sitzungsvorlage, hat „die Sanierung der Fenster und Fassaden sowie die Sanierung und Modernisierung der dahinterliegenden Klassenräume“ die „erste Priorität“. Weitere Bausteine sind die Schaffung von „Lernräumen“ in den Fluren sowie die Umgestaltung des Bistros.

Auch die Umgestaltung des Forums der BBS I mit ihren rund 2250 Schülern ist vorgesehen. Das Forum, so heißt es von der Schule, wird in der eigentlich vorgesehenen Form wenig genutzt. Mehrere Ebenen fallen hier nach innen ab, die untere Ebene soll um 80 Zentimeter angehoben werden, um künftig eine möglichst große, nutzbare Fläche zu schaffen.

Planer haben volle Auftragsbücher

Insgesamt sind für Sanierungsmaßnahmen an allen drei Berufsbildenden Schulen des Landkreises bis zum Haushaltsjahr 2025 rund 25 Millionen Euro vorgesehen. In die Finanzierung sollen auch die dem Landkreis zugewiesenen Mittel aus dem zweiten Teil des Niedersächsischen Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes (KIP II) von etwa 3,14 Millionen Euro fließen. Nach derzeitigem Stand wäre der Restbetrag aus Eigenmitteln aufzubringen.

Die vollen Auftragsbücher der Planungsbüros, mit denen der Landkreis Lüneburg regelmäßig zusammenarbeitet, haben dazu geführt, dass für die vorgesehenen Arbeiten an der BBS II und BBS III noch kein Planungsbüro gefunden wurde, wohl aber bereits für die Berufsbildenden Schulen I.

Unter anderem eine Vorplanung und eine erste Kostenschätzung liegen der Kreisverwaltung inzwischen vor, sie sollen morgen, Mittwoch, vorgestellt werden. Im Zuge der derzeit laufenden europaweiten Ausschreibung der weiteren Architektenleistungen, haben sieben Architektenbüros einen Teilnahmeantrag abgegeben. Fünf Büros sollen anschließend zur Angebotsabgabe aufgefordert werden.

Der Zuschlag für die konkreten Planungen soll bis Ende Oktober erfolgen – unter der Voraussetzung, dass die Gremien des Landkreises dem ehrgeizigen Vorhaben zustimmen.

150 Millionen Euro in 15 Jahren investiert

Seit 2004 hat der Landkreis Lüneburg etwa 150 Millionen Euro in seine kreiseigenen Schulen, darunter die drei Berufsbildenden Schulen, investiert. Davon entfallen etwa 55 Millionen auf Schulneubauten, -erweiterungen und -umbauten. Noch mehr Geld, etwa 95 Millionen Euro, sind in Sanierungsmaßnahmen geflossen. In den drei Berufsbildenden Schulen wurden etwa 9,7 Millionen Euro in Schulbauerweiterung und -umbau investiert, in die Schulbausanierung flossen etwa 19,8 Millionen Euro.

Für die Zukunft sind weitere Bau- und Sanierungsansätze in der Finanzplanung des Landkreises eingestellt. Diese werden jährlich im Zuge der Haushaltsberatungen aktualisiert. Was umgesetzt werden kann, wird maßgeblich durch die jeweils zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel bestimmt. Konkrete Haushaltsansätze der nächsten Haushaltsjahre konnte Detlef Beyer vom Fachdienst Gebäudewirtschaft des Landkreises, nicht nennen. Beyer: „Die Investitionen in den Schulen werden sich aber sicherlich auch weiterhin in Millionenhöhe bewegen.“

Von Ingo Petersen