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Seit dem Frühjahr ist das Seniorenheim am Bargenturm geschlossen. (Foto: be)

Wurde Seniorin im Heim um ihr Taschengeld betrogen?

Lüneburg. Kurz nach dem Jahreswechsel hat die Stadt dem Seniorenheim am Bargenturm die Betriebserlaubnis entzogen und es in der Folge im Frühjahr geschlossen. Die Betriebsführung sei nicht ordnungsgemäß gelaufen, die wirtschaftliche Situation unzureichend. Das Heim ist dicht, doch nun gären neue Vorwürfe. Der Lüneburger Rechtsanwalt Jens-Uwe Thümer bestätigt, dass er eine Strafanzeige gegen den damaligen Geschäftsführer und Verantwortlichen der Cornal GmbH erstattet hat. Der Vorwurf: der Verdacht der Untreue, Unterschlagung und Insolvenzverschleppung.

Thümer vertritt die Interessen einer ehemaligen Bewohnerin und deren Betreuerin. Die Frau hatte ein Taschengeldkonto im Heim, das Geld ist verschwunden, es wurde der Bewohnerin bei ihrem Auszug nicht zurückgegeben. Bei der Staatsanwaltschaft war die Anzeige bis zum Wochenende noch nicht eingegangen, daher konnte sie keine Stellung nehmen.

Es geht um den Vorwurf der Untreue

Die LZ hat den ehemaligen Heimgeschäftsführer erreicht. Er betreibt inzwischen ein Lokal nahe der Ostsee. Seine Antwort: „Die von Ihnen geäußerten Vorwürfe sind mir nicht bekannt. Ich kann sie daher auch nicht kommentieren. Ich kann nur so viel sagen: In der Zeit, in der ich in dem Haus tätig war, haben alle Bewohner das zustehende Taschengeld immer erhalten.“

Thümer meint belegen zu können, dass seiner Mandantin bis Ende Juli 2018 knapp 520 Euro zustanden, hochgerechnet auf den Auszug im März 2019 dürfte die Summe damals etwa doppelt so hoch gelegen haben. In seinem Schreiben argumentiert er, dass ein Anfangsverdacht gegen die Cornal bestehe, Taschengeld nicht getrennt vom übrigen Vermögen aufbewahrt zu haben. Das würde aus juristischer Sicht auf Untreue hindeuten. Da die Gesellschaft inzwischen insolvent sei, könne es sein, dass der entsprechende Antrag beim Amtsgericht zu spät gestellt worden sei, dass wiederum könnte den Verdacht der Insolvenzverschleppung begründen. Der Anwalt schreibt weiterhin, dass er auf entsprechende Anfragen keine Auskunft erhalten habe.

Verwaltung weiß von Bauplänen nichts

Im Rathaus heißt es, dass die Heimaufsicht Hinweise habe, dass Mitarbeiter ihr März-Gehalt nicht vollständig erhalten haben sollen. Ob es weitere Fälle ausstehenden Taschengeldes der Bewohner gibt, antwortete eine Sprecherin, dass man dies nicht wisse, es nur vermuten könne.
Es gibt Gerüchte, dass das benachbarte Hotel Bargenturm die Räume des geräumten Altenheims übernehmen wolle. Dazu heißt es aus dem Rathaus, dass keine Bauvoranfrage vorliege. Nach bestehenden Vorgaben könne der Komplex auch nur als Heim genutzt werden.

Von Carlo Eggeling

Inzwischen gibt es neue Vorwürfe. Mehr dazu lesen Sie am Donnerstag in der LZ.