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Schottergärten sind ein Problem: Wenn Steine rund ums Haus überwiegen, finden Insekten kaum noch Nahrung. (Foto: Adobe Stock)

Keine Kontrolle in Lüneburgs Gärten

Lüneburg. Eine „kleine Diashow“ über Schottergärten im Stadtgebiet präsentierte Yvonne Hobro von der Verwaltung im Bauausschuss. Die Gartengestaltung mit Kieselsteinen und Platten erfreut sich auch in Lüneburg zunehmender Beliebtheit. Ein Grund: Sie erspart Arbeit. Die Stadtverwaltung sieht die Steingärten aber als problematisch an, „denn sie bieten Insekten und Vögeln keinen Lebensraum, heizen sich im Sommer stark auf und verhindern eine flächige Versickerung von Wasser“, sagte Hobro.

Dabei sei schon heute in der Niedersächsischen Bauordnung geregelt, dass nicht überbaute Flächen auf einem Grundstück als Grünflächen anzulegen sind. Dazu will die Stadt nun informieren und hofft, dass Bürger auf Grün statt auf Schotter setzen.

Jeder Schottergarten sei ein Minus für die Klimabilanz, sagte Stadtbaurätin Heike Gundermann. Aufgrund der rechtlichen Regelung könnten jetzt schon Bürger aufgefordert werden, die Kieselsteine zu räumen und die Flächen zu begrünen. Aber fürs Erste wolle die Verwaltung auf Aufklärung und Freiwilligkeit setzen, machte Oberbürgermeister Ulrich Mädge deutlich. Auf Bürgerversammlungen soll informiert werden, außerdem solle es Faltblätter mit Tipps zur Veränderung geben. Geplant sei auch, dass das Thema Gartengestaltung in den Ortsräten verstärkt angesprochen werde. Von Druck und Kontrolle sieht die Stadt erstmal ab.

Idee vom „Ablasshandel“ findet kaum Fürsprecher

Yvonne Hobro verwies auch darauf, dass in Bebauungsplänen Festsetzungen für das Anpflanzen von Bäumen, Sträuchern und anderen Anpflanzungen getroffen werden können. Auch da müsse stärker darauf geachtet werden, ob diese von den Grundstückbesitzern umgesetzt werden.

Christel John (CDU) ist zwar „kein Freund von Schottergärten, aber man muss Menschen auch Freiheiten lassen“. Ihr Fraktionskollege Eberhard Manzke, Vorsitzender des Bauausschusses, gab zu bedenken, ob Besitzer von Schottergärten nicht zu externen Ausgleichsmaßnahmen herangezogen werden könnten. Mädge konterte, dass so ein „Freikauf“ nicht gehe.

Heiko Meier (SPD-Fraktion) begrüßte das Vorgehen der Verwaltung. Um aus Kiesel- wieder grüne Gärten zu machen, seien Aufklärung und Überzeugungsarbeit besser als Verbote. So sehe es auch die FDP, meinte Birte Schellmann. Einen „Ablasshandel“, wie ihn Manzke vorgeschlagen hatte, lehnte sie ab. Ulrich Löb unterstrich, dass Eigentum verpflichtet. Grundstücksbesitzer hätten sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten, das müsse auch kontrolliert werden. Yvonne Hobro hatte allerdings schon zuvor deutlich gemacht: Beim gegenwärtigen Personalbestand in der Verwaltung sei das schwierig.

Von Antje Schäfer