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Marek Kröger, Thomas Reisner, Henry Schwier (v.l.) sind die Kandidaten des Kirchenkreises Lüneburg bei der Wahl zur 26. Landessynode. Foto: t&w

Sie möchten Kirche gestalten

Lüneburg. Welche Position nimmt Kirche beim Klimaschutz oder Flüchtlingsfragen ein? Wie begegnet man dem Nachwuchsmangel? Dürfen gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche heiraten? Und wofür sollen Mittel aus der Kirchensteuer eingesetzt werden? Immer wenn es um diese oder andere grundsätzliche und wichtige Entscheidungen geht, muss die Landessynode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover entscheiden. Sie ist eine Art Parlament, dessen Mitglieder alle sechs Jahre neu gewählt werden. Zur Wahl der 26. Landessynode am Mittwoch, 25. September, treten im Wahlkreis V für den Kirchenkreis Lüneburg drei Kandidaten an: Marek Kröger (26), Thomas Reisner (76) und Henry Schwier (49).

Der 26. Landessynode werden neben 12 vom Kirchensenat berufenen Mitgliedern, dem Abt zu Loccum sowie einem Lehrstuhlinhaber der Theologischen Fakultät der Uni Göttingen auch 66 gewählte Mitglieder angehören. Immerhin 37 der Gewählten sind Ehrenamtliche, die anderen Pastoren und kirchliche Mitarbeiter. Gewählt werden sie von den Kirchenvorständen, Kirchkreistagsmitgliedern und Pastoren.

Umwelt, Recht, Diakonie, kirchliche Mitarbeit und Finanzen

Alle Synodalen sorgen dafür, dass Kirche zu wichtigen Themen eine Meinung hat. Und sie stehen in der Verantwortung, sämtliche Kirchengesetze zu beschließen und den landeskirchlichen Haushalt zu beschließen. In der Regel tritt die Landessynode zweimal pro Jahre für vier Tage zusammen. Dazwischen tagen Fachausschüsse zum Beispiel für Umwelt, Recht, Diakonie, kirchliche Mitarbeit und Finanzen. Sie beraten über vom Plenum zugewiesene Themen, machen Beschlussvorschläge, die sie dem Plenum unterbreiten. Am Ende kommen dabei dann neue Gesetze raus.

Insgesamt zehn Wahlkreise gibt es bei der anstehenden Wahl zur Landessynode, denen wiederum Kirchenkreise zugeordnet sind. Lust Kirche zu gestalten und sich ehrenamtlich zu engagieren, haben für den Kirchenkreis Lüneburg:

Thomas Reisner, verheiratet, drei erwachsene Kinder: Der ehemalige Vorsitzende Richter am Oberverwaltungsgericht Lüneburg ist Mitglied des Kirchenvorstandes der Katharinen-Kirchengemeinde Embsen sowie des Kirchenkreistages, wo er dem Ausschuss für Stellenplanung und Strukturentwicklung angehört. 2007 wurde er erstmals in die Landessynode gewählt. Er ist derzeit einer der drei Vize-Präsidenten und gehört dem Verfassungs- sowie dem Rechtsausschuss an. Außerdem ist er in der Arbeitsgemeinschaft Gesetzgebungsverfahren der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen tätig. „Ich sehe es als schöne Pflicht an, die Aufgaben, um die ich mich in den vergangenen Amtsperioden bereits bemüht habe, weiter wahrzunehmen. Gleichwohl würde ich mich aber freuen, wenn statt meiner in die 26. Landessynode eine jüngere Kandidatin oder ein jüngerer Kandidat gewählt werden würde.“

Problem des demographischen Wandels

Marek Kröger, ledig: Seit seiner Konfirmation in unterschiedlichen Bereichen seiner Kirchengemeinde Amelinghausen tätig. Seit seinem 19. Lebensjahr gehört er dem Kirchenvorstand seiner Gemeinde an. Marek ist beim Finanzamt Lüneburg beschäftigt, ehrenamtlich engagiert er sich im Finanzausschuss seiner Kirchengemeinde und des Kirchenkreises. Mit Blick auf seine mögliche Arbeit in der Landessynode sagt er: „Die Kirche steht vor dem Problem des demographischen Wandels. Weniger Mitglieder bedeutet auch geringere finanzielle Möglichkeiten. Dies erfordert Veränderungen und Umstrukturierungen. Dabei möchte ich in der Landessynode mitwirken und meine Kenntnisse als Finanzwirt einbringen.“ Er stehe für eine liberale, offene Kirche und wolle sich besonders für Kinder- und Jugendarbeit einsetzen.

Henry Schwier, verheiratet, drei Kinder: Er ist Diakon in der Gemeinde Lüne, Fundraiser für den Kirchenkreis Lüneburg, Organisationsberater und Notfallseelsorger. Vielseitigkeit sei seine Stärke und durch seine unterschiedlichen Funktionen komme er in vielen Gemeinden herum, sagt er über sich. Dabei begegnen ihm immer wieder Menschen mit guten Ideen. Wird er in die Landessynode gewählt, möchte er flächendeckend die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stärken. „Die Bewahrung der Schöpfung muss stärker in unserer Kirche verankert werden.“ Besonders am Herzen liegt ihm auch die Arbeit für den Frieden und wie man immer wieder engagierte Menschen findet, die fröhlich den Glauben leben und für die Kirche arbeiten möchten.

Von Antje Schäfer