Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Die besten Ideen mit anderen teilen
Die Eröffnung der Startwoche im vollbesetzten Audimax des Zentralgebäudes: Begrüßt werden die neuen Studenten von (vorne, v.l.) Prof. Dr. Carola Schormann, Ulrich Mädge, Prof. Dr. Daniela Jacob und Sascha Spoun. (Foto: be)

Die besten Ideen mit anderen teilen

Lüneburg. Dicht gedrängt stehen die Erstsemester in der Eingangshalle des Zentralgebäudes. Alle wollen sich einen Platz im Audimax sichern für die Eröffnungszeremonie, die die Startwoche der Universität einläutet. All jene, die nicht mehr in den großen Saal passen, müssen ins Forum ausweichen und über eine Live-Übertragung das Geschehen verfolgen. 1500 Erstsemester beginnen in diesen Tagen ihr Studium an der Leuphana.

Vizepräsident Christian Brei begrüßt die Neuankömmlinge – wie die weiteren Redner und die gesamte Startwoche auf Englisch. Übersetzt sagt er: „Wir hoffen, dass Sie tief eintauchen in die verschiedenen Perspektiven unseres Themas ‚Sharing in a globalized world‘ (Teilen in einer globalisierten Welt). Die Startwoche soll Sie durch Ihr weiteres Studium leiten und Sie dazu verleiten, auch mal über den Tellerrand hinaus zu schauen.“

Uni-Präsident Sascha Spoun sagt: „Wissen ist ein gemeinsames Gut in der wissenschaftlichen Gemeinschaft und nicht selbstverständlich. Damit in der Wissenschaft jeder einen freien Zugang zu dem bereits erforschten Wissen haben kann, muss jeder sein eigenes Wissen mit anderen teilen.“ Er fordert die Erstsemester auf, ihre besten Ideen und ihre schlauesten Entdeckungen mit der Welt zu teilen, „so wie wir unsere Emotionen und Erlebnisse auch auf den sozialen Medien mit anderen teilen“.

Fähigkeiten der Studenten sind gefragt in Lüneburg

Die Eröffnungsrede hält Prof. Dr. Daniela Jacob, Direktorin des Climate Service Center Deutschlands. Die Meteorologin betont, wie wichtig dieses Fach für die Gesellschaft ist, denn immer mehr Städte müssten sich auf die verändernden Wetterbedingungen einstellen. „Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet, und es kommt immer mehr Wasser bei tropischen Stürmen herunter. Auf der ganzen Welt sind Menschen und Ökosysteme vom Klimawandel betroffen. Die Lagen ändern sich ständig, 2017 hat es in Deutschland viel zu viel geregnet, ein Jahr darauf herrschte eine Dürre“, erinnert sie und verdeutlicht, dass auch eine Erd­erwärmung von 1,5 Grad kein Dauerzustand bleiben könne. Ihr Appell: „Niemand kann mehr sagen, er hätte vom Klimawandel nichts gewusst. Wir müssen das Wissen, das wir aus der Vergangenheit und über die Zukunft haben, nutzen und durchdachte Entscheidungen treffen.“

Oberbürgermeister Ulrich Mädge heißt die neuen Studenten in Lüneburg willkommen: „Sie sind es, die Energie in unser Alltagsleben, in unsere Stadt und in unsere Gesellschaft bringen. Wir brauchen Ihr Engagement, das die Gesellschaft weiter nach vorne bringt, Ihre Meinung ist wichtig.“ Mädge mahnt angesichts des zunehmenden Populismus‘ in den USA, in China, Russland, England und Deutschland: „Wir brauchen ein einiges Europa, das Flüchtlinge nicht im Mittelmeer ertrinken lässt.“ Von den Studenten wünscht er sich: „Bringen Sie sich mit ihren Fähigkeiten und Qualitäten in unsere Stadt ein.“

Von Lorena Zapke