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Da geht derzeit nichts - Uwe Dorendorf (v.l.), Eckhard Pols, Wilhelm Kastens und Felix Petersen vor der an Neu Darchaus Elbufer festsitzenden „Tanja“. (Foto: mr)

CDU-Spitze: Brücke über die Elbe muss Chefsache werden

Neu Darchau. „Unhaltbar“, „erbärmlich“, „ein Trauerspiel“- vier Christdemokraten, drei Meinungen, eine Richtung: Bundestagsabgeordneter Eckhard Pols, Landtagsmitglied Uwe Dorendorf, Kreisparteichef Felix Petersen und Kreistagsmitglied Wilhelm Kastens aus Bleckede stehen am späten Mittwochnachmittag in Neu Darchau vor dem Fähranleger. Die „Tanja“ liegt dort seit gut zwei Wochen fest, mit kleineren Unterbrechungen. Ein Ende – noch nicht absehbar.

Frühestens am Mittwoch werde der Pegel wieder über den „magischen“ 90 Zentimetern liegen, die die Fähre mindestens benötigt, verweist Kastens auf die Vorhersagen. Dann geht auch die Schule wieder los. Es ist nach den Reparaturarbeiten und dem Februar-Eisgang die zweite mehrwöchige Zwangspause von „Tanja“, bilanziert der Elbanrainer.

Die Runde steht gerade zehn Minuten zusammen, da muss bereits das vierte Auto eine unfreiwillige Kehrtwende vor dem Fluss hinlegen. „Das ist kein Zustand“, kritisiert Petersen. Wenn die Fähre nicht ab- und anlegen kann, würden auch Pläne für eine neue Elbfähre für den Abschnitt Bleckede, die im Kreistag gerade diskutiert werden, oder die von Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) angestrebte kostenfreie Nutzung für die Einwohner des Amtes Neuhaus nicht helfen.

Pols: Gelegenheit ist günstig wie schon lange nicht mehr

„Wie brauchen die Brücke“, ist sich das christdemokratische Spitzenquartett des Landkreises einig. Die Gelegenheit erscheint günstig. Die Steuereinnahmen sprudeln wie schon lange nicht mehr. In Berlin, Hannover und Schwerin regieren Bündnisse von CDU und SPD. „Wann, wenn nicht jetzt, können uns da entscheidende Schritte gelingen“, findet Eckhard Pols.

Der Bundestagsabgeordnete sieht hier aber „insbesondere die Länder am Zug“. Sein Landtagskollege Uwe Dorendorf greift den Ball auf: „Unmittelbar nach der Sommerpause werde ich mit unserem Wirtschaftsminister Bernd Althusmann eine Strategie besprechen“, kündigt er an.

Niedersachsens Vize-Ministerpräsident hatte in den vergangenen Wochen schon wichtige Weichen gestellt und neben der Übernahme von Planungskosten in Höhe von 700 000 Euro eine 75-prozentige Förderung der Baukosten in Aussicht gestellt. Auf zehn Millionen Euro hat Lüneburgs Kreistag seine Kostenbeteiligung beschränkt. „Da fehlen noch fünf bis zehn Millionen Euro – das muss doch machbar sein“, findet Kastens.

Der Druck müsse stärker werden

CDU-Kreisparteichef Petersen spielt den Ball in Richtung Koalitionspartner: „Die Brücke muss Chefsache werden“, fordert er. „Die Chefs“ – das sind die SPD-Ministerpräsidenten Stephan Weil und Manuela Schwesig. Die Brücke sei keineswegs nur im Interesse der Menschen im Amt Neuhaus, dem Landkreis Lüneburg und Niedersachsen. Es entstehe eine Verbindung, die Effekte bis Ludwigslust und zur Autobahn 24 haben werde, ist sich Pols sicher.

Und dann ist da die Hoffnung, dass da auch der Bund noch Impulsgeber für die beiden Länder sein könnte. Vielleicht passe da doch eine Förderkulisse… Pols und Dorendorf wollen hier bei Enak Ferlemann vorfühlen. Der Christdemokrat aus Cuxhaven ist in Berlin Parlamentarischer Staatssekretär im wichtigen Verkehrsministerium.

„Briefe wurden genug geschrieben“, sind sich die CDUler einig, jetzt müsse der Druck stärker werden, damit endlich Taten folgen. „Auf allen Ebenen“, unterstreicht Petersen.
Dieser Appell geht auch an die Adresse von Landrat Manfred Nahrstedt. Der Kreischef habe ja das gleiche Parteibuch wie die beiden Länderchefs, merkt der CDU-Kreisvorsitzende an.
Derweil wendet der Fahrer eines holländischen Wohnmobils direkt vor dem Quartett – und macht sich auf den Weg zu einem zeitintensiven und kilometerweiten Umweg über die Elbe. „Der fünfte“, zählt Petersen.

„Seitenwechsel“ am 9. August

Seit 25 Jahren gehört das Amt Neuhaus wieder zu Lüneburg. Die LZ hat dazu das Multimedia-Projekt „Seitenwechsel“ mit vielen Videos, Fotos und Texten erstellt. Teile daraus werden am Donnerstag, 9. August, um 19 Uhr im „Haus des Gastes“ in Neuhaus vorgestellt. Es ist ein Abend zum Schauen, Erinnern und Diskutieren über Neuhaus‘ Vergangenheit und Zukunft. Wir freuen uns, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Von Marc Rath

5 Kommentare

  1. ah, da sind sie ja, die weihnachtsmänner ohne sack, weil sie kein geld dabei haben. schmunzeln. aber sie haben ja recht, ein weihnachtsmann mit leerem sack auf dem rücken sieht reichlich dämlich aus. schmunzeln.

  2. Ein vertrocknetes Erbe, welches Frau Merkel als Erbin jetzt zum erblühen bringt. Ihre CDU Landschaftsgärtner die zum gießen bereits Vorort erscheinen, können ihre Saat aufziehen, einer blühenden Landschaftsbrücke! Ohne Wartezeiten!

  3. Es ist wünschenwert dass den Worten nun auch Taten folgen. Die Lücke einer festen Querung über die Elbe zwischen Lauenburg und Dömitz ist mehr als zu groß. Und in Berlin sollte man entlich über seinen Schatten springen und sich an dem Bau beteiligen. Schließlich wird dort doch immer wieder betont dass mehr in die Infrastruktur investiert werden soll. Hier geht es nicht nur um eine Brücke sondern auch um eine Verbesserung der innerdeutschen Verbindung zwischen den alten und den neuen Bundesländern.
    .

    • Oscar
      Hier geht es nicht nur um eine Brücke sondern auch um eine Verbesserung der innerdeutschen Verbindung zwischen den alten und den neuen Bundesländern.
      aha, nach ca 30 jahren bedarf es also dazu eine brücke, für jede milchkanne? sie haben ja richtig humor.

  4. Die Brücke ist überfällig! Wir sind ein Landkreis. Und nur mit einer guten Infrastruktur wird das Amt Neuhaus sich erhalten können. Die Brücke ist ein sehr wichtiger Teil. Nicht nur symbolisch – ihr seid willkommen und gewollt -, sondern auch nötig um immer und schnell ins Zentrum gelangen zu können.

    Wenn nun, wie es scheint, Lüchow-Dannenberg in Neu Darchau keine Brücke will, sollte sie endlich, nach fast 30 Jahren, im Landkreis gebaut werden. Nahe Bleckede ginge sicher auch, wenn man nur will, das scheint aber nicht gewollt. Wenn man eine Linie zwischen Neuhaus und Bleckede zieht, läuft diese durch Neetze und Bleckede. Sicher sind Probleme mit dem Naturschutzgebiet noch zu klären, aber unmöglich ist dies nicht.

    Außerdem ist die Brücke vornehmlich eine Angelegenheit des Landkreises. Daher verstehe ich schon lange nicht, warum die Brücke zwischen Lüchow-Dannenberg und Amt Neuhaus verlaufen sollte.