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Das damals einen Monat alte Elefantenmädchen Anjuli in Hamburg in Hagenbecks Tierpark. Jetzt ist es gestorben.

Drama: Weiteres Elefantenkind in Tierpark gestorben

Zwei Todesfälle in einer Woche: Im Tierpark Hagenbeck ist erneut ein Elefant an einer gefährlichen Viruserkrankung gestorben. Eine Quarantäne für die anderen Tiere der Herde gibt es nicht.

Die Elefantenherde, ihre Pfleger und der Hamburger Tierpark Hagenbeck trauern: Innerhalb einer Woche ist ein zweiter asiatischer Elefant gestorben. Das dreijährige Elefantenmädchen Anjuli sei am Mittwochnachmittag gestorben, teilte der Hamburger Tierpark mit. Wie schon eine Woche zuvor der Elefantenbulle Kanja starb auch Anjuli ersten Erkenntnissen zufolge an den Folgen der Viruserkrankung Elefanten-Herpes EEHV 1.

„Die Herde hatte Gelegenheit, in aller Ruhe Abschied zu nehmen. Dabei berüsseln die Tiere den Leichnam, tasten ihn ab und schnuppern daran“, berichtete der Tierpark zum Trauerfall Anjuli. „Sie hat gekämpft und am Ende doch verloren.“ Sieben erwachsene Dickhäuter und ein Jungtier bilden jetzt noch die Herde. „Wir haben Herdenhaltung“, sagte eine Sprecherin. Eine Quarantäne gebe es nicht.

Elefantenart ist stark vom Aussterben bedroht

Der zweieinhalb Jahre alte Kanja und Anjuli waren Nachkommen einer stark von der Ausrottung bedrohten Tierart, den asiatischen Elefanten, wie es im Internetauftritt von Hagenbeck heißt. „Kanja ist ein Herz und eine Seele mit seiner nur wenige Monate älteren Tante Anjuli“, hieß es nach der Geburt von Kanja im Januar 2016. Das Mädchen scheine Kanjas Vorbild zu sein, „denn der Kleine ahmt sie in jeder erdenklichen Situation nach“.

Wenn die Herpes-Form EEHV 1 bei Elefanten ausbricht, werden nach Angaben des Zoos innerhalb kürzester Zeit die inneren Organe vom Virus geschädigt, so dass das Herz-Kreislaufsystem der Tiere zusammenbricht. Kanja war „ohne weitere Alarmzeichen“ gestorben, bei Anjuli bangte der Tierpark seit Tagen um ihr Überleben.

Tierärzte kämpften vergeblich um Elefantenmädchen

Tierärzte, Pfleger und externen Experten hätten rund um die Uhr versucht, den Erreger in seine Schranken zu verweisen. „Leider vergeblich.“ Über den Elefanten-Herpes EEHV 1 sei noch zu wenig bekannt, um nachhaltig wirksame medizinische Hilfe leisten zu können, teilte der Tierpark mit. Am Donnerstag soll eine Obduktion erfolgen. Hagenbeck hofft, mit den Ergebnissen die Forschung für Elefanten-Herpesviren voranbringen zu können.

Eine Gefahr für Menschen geht von dem Virus nicht aus.

Von RND/dpa

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