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Größenvergleich: Die Avozillas neben den Köpfen zweier Supermarkt-Angestellten.

Groß, größer, Avozilla

Der Appetit auf Avocados ist kaum zu stillen – in Australien baut ein Farmer jetzt fußballgroße Früchte in XXL an.

Sie wiegt fast zwei Kilogramm und ist der angesagteste Gastro-Trend Australiens: die Avozilla. Erste Exemplare waren sofort ausverkauft, obwohl sie mit einem Preis von 12 australischen Dollar (8 Euro) nicht ganz billig sind. Bisher sind die Riesen-Avocados nur über die Farm von David Grove in Queensland erhältlich, doch ein weiterer Produzent soll inzwischen 2000 Bäume angepflanzt haben.

„Unsere Gärtnerei hatte einen der Bäume und wir dachten uns: ,Das probieren wir auch mal‘“, sagt Grove. Vier Jahre hätten sie die Bäume gehegt und gepflegt und nun die erste Ernte eingefahren. „Es dauerte zehn Monate von der Blüte bis zur reifen Frucht“, erklärte der Plantagenbesitzer. Das Besondere: Die Früchte sind nicht genetisch verändert. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Südafrika. Dort wuchs ein Setzling im Garten eines Postamtes – ein Zufallsfund.

Die Avozillas sind trotz ihrer Größe köstlich

Zunächst war David Grove, dessen Familie seit 1957 in Zentral-Queensland im Nordosten Australiens tropische und exotische Früchte anbaut, skeptisch. „Denn normalerweise schmecken größere Exemplare von Obst und Gemüse selten gut.“ Ein Beispiel seien die riesigen Kürbisse, die für Wettbewerbe gezüchtet würden. „Die kann man nicht essen, die haben überhaupt keinen Geschmack.“ Die Avozillas dagegen seien einfach köstlich.

Kunden haben bisher mit viel Interesse auf das neue Produkt reagiert. Allerdings löst die neue Trend-Frucht gespaltene Reaktionen aus: Denn die Avocado ist zwar als „Superfood“ beliebt – so sehr sogar, dass manche Farmer bereits Überwachungskameras installieren mussten, um die Früchte vor Dieben zu schützen. Andererseits hat die Avocado vor zwei Jahren auch schon einen Generationenstreit ausgelöst. Denn vor allem jüngere Australier lieben Avocado auf Körnerbrot zum Frühstück. Letzteres kann schon mal 22 australische Dollar (14 Euro) kosten. 2016 warf ein Kolumnist der australischen Tageszeitung „The Australian“ den Millenials dann auch prompt vor, dass ihr teurer Frühstückstrend schuld daran sei, dass sie sich alle keine Immobilie mehr leisten könnten. Die darauffolgende Debatte machte weltweite Schlagzeilen.

Keine Angst vor Dieben auf der Farm

David Grove hofft, dass seine Avozillas keinen weiteren Streit, sondern nur neuen Appetit auf Avocados machen. Auch vor Dieben hat er wenig Angst. „Meine Eltern und ich – wir haben unsere Häuser oben auf einem Hügel und überblicken die Felder“, sagte er. Außerdem würden sich in der Region alle kennen und aufeinander aufpassen.

Von Barbara Barkhausen

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