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In der Klosterkirche zeigt Friedrich Drese, Leiter des Mecklenburgischen Orgelmuseums, an der Friese-Orgel die Fehlstellung der Tasten.

Versicherungen: Hitze-Schäden nur bei Orgeln

Während Deutschland vor der nächsten kleine Hitzewelle steht, kämpfen Land- und Forstwirte mit den Folgen der großen Dürre. Abgesehen davon soll es allerdings kaum Schäden durch Hitze geben, einzig alte Kirchenorgeln wurden durch die Trockenheit in Mitleidenschaft gezogen.

Die große Dürre scheint überwunden, Land- und Forstwirte können langsam wieder durchatmen, denn Felder und Wälder bekamen zuletzt mehr Regen als Sonne. Und doch kommt nun ein weiterer Bereich ans Licht, in dem die Hitze Schaden anrichtete – etwa in der Kirche. Konkret haben Kirchenorgeln unter den heißen Temperaturen gelitten, wie Friedrich Drese, Leiter des Mecklenburgischen Orgelmuseums, der Deutschen Presse Agentur sagte: „Viele Hölzer reißen, die Schäden betreffen alle windführenden Teile wie Bälge, Windladen oder Windkanäle.“

Eine genaue Übersicht, wie viele Instrumente betroffen sind, habe man noch nicht, erläuterte Drese, der als Sachverständiger der evangelischen Nordkirche fast alle der rund 1000 Kirchenorgeln im Nordosten kennt. Das werde Monate dauern. Schnelle Hilfe sei auch nicht in Sicht: Fehlende Feuchtigkeit im Innern habe das Holz schrumpfen lassen, dies müsse von allein wieder zurückgehen.

Keine Schäden durch Dürre

Der deutschen Stiftung für Denkmalschutz liegen derzeit allerdings keine Informationen über Schäden vor, sei es an Orgeln, Gebäuden oder Kunstobjekten, die durch die Hitze entstanden sind. Und auch der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft hat bislang keine Schadensmeldungen dieser Art bekommen: „Abgesehen von der Landwirtschaft haben wir keinerlei Kenntnis von Schäden durch die Dürre“, sagte eine Sprecherin des Verbandes dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Ab und an sei es zwar mal zu herabfallenden Ästen von ausgetrockneten Bäumen gekommen, die geringe Schäden am Haus verursachten, aber dabei handele es sich um Einzelfälle.

Ausmaß wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen

Drese schätzt allerdings, dass das Phänomen in Ostdeutschland überall zu beobachten ist. „Überall dort, wo es lange trocken und heiß war, ähnlich wie bei den Schäden in der Landwirtschaft.“ Dabei gilt die Faustregel: Je dicker die Kirchenwände und je kleiner die Fenster, desto weniger Schäden.

Das gesamten Ausmaß der Trockenheit werde sich erst in den nächsten Monaten zeigen. „Ich denke nicht, dass das bis Weihnachten weg ist“, sagte Drese. Auch im Augenblick, wo es immer noch nicht ausreichend regne, schrumpfe das Holz selbst in tragenden Teilen weiter. „Es müsste schon mal eine ganze Woche regnen und selbst dann würde es noch längere Zeit dauern, bis sich das in den Kirchen auswirkt.“

Von RND/dpa/lf