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Pakete stapeln sich in einer Paket-Zustellbasis.

Nikolaustag ohne Geschenk: Paket liegt seit Wochen im DPD-Depot

Der Leipziger Thomas Hartmann wartet seit Wochen auf die Nikolausüberraschung für seine Tochter. Das Paket liegt im DPD-Depot, nur eine kurze Autofahrt von seinem Zuhause entfernt. Doch ausgeliefert wird es auch am Nikolaustag nicht.

Eigentlich wollte Thomas Hartmann seiner Tochter zu Nikolaus eine Freude machen. Der 40-jährige Leipziger bestellte ihr ein Geschenk in Spanien. Eigentlich rechtzeitig, nämlich am 20. November. Drei Tage später kam die Überraschung in Leipzig an – Hartmanns Tochter konnte sie am Nikolaustag trotzdem noch nicht auspacken. Denn das Paket wurde vom Zusteller DPD nicht wie gewünscht an eine Abholstelle in Leipzig geliefert. Vielmehr liegt es seit dem 23. November im DPD-Depot in Krostitz.

Mehrfach rief Hartmann beim Zusteller an. „Dort wurde ich immer vertröstet, mir wurde gesagt, es werde bald zugestellt, und es gebe zu wenig Fahrer“, sagt er der „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ). Dass das Personal knapp sei und man deswegen mal ein paar Tage länger auf sein Paket warten müsse, das könne er ja auch verstehen, meint Hartmann. Aber nicht, dass ein Paket seit annähernd zwei Wochen im Depot liegt.

Täglich sieht Hartmann Zustellfahrzeuge

Am Mittwoch, einen Tag vor Nikolaus, fuhr der 40-Jährige kurzerhand selbst zum Depot, hoffte, dort seine Lieferung abholen zu können, um doch noch rechtzeitig seine Tochter überraschen zu können. „Dort wurde ich wieder vertröstet. Die Nachtschicht werde sich dann kümmern und das Paket werde noch rechtzeitig zugestellt“, so der Leipziger. Doch auch am Nikolaustag wurde das Paket nicht zugestellt. Was ihn besonders ärgere: In seinem Wohngebiet in Leutzsch sehe er täglich Zustellfahrzeuge von DPD. „Das kann doch nicht sein“, sagt Hartmann.

Offenbar kein Einzelfall in Leipzig. „Die Pakete stapeln sich bei uns, die Fahrer wissen überhaupt nicht, was sie zu tun haben“, sagte ein Shopinhaber, der namentlich nicht genannt werden möchte, der LVZ. Fast täglich beschwere er sich bei DPD. Doch es werde nicht besser.

DPD bittet um Entschuldigung

Eine DPD-Sprecherin sagte auf LVZ-Anfrage: „Im Zustellgebiet des DPD Depots in Krostitz zeigen unsere Zusteller großen Einsatz, damit alle Pakete auch in den Wochen vor Weihnachten rechtzeitig ankommen.“ Dennoch könne es wegen der hohen Paketmengen vor Weihnachten zu Verzögerungen von ein bis zwei Tagen kommen. „Verzögerungen von ein bis zwei Wochen dürfen jedoch nicht vorkommen“, so die Sprecherin weiter. „Daher bitten wir im Fall des betroffenen Lesers um Entschuldigung. Das entsprechende Paket werden wir umgehend zustellen.“

Von RND/Sophie Aschenbrenner/joka