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Das Werk zur Aufarbeitung von Brennelemente in Lingen.

Feuer in Brennelemente-Fabrik in Lingen

Großeinsatz für die Feuerwehr im Emsland: In einer Brennelemente-Fabrik ist am Donnerstagabend ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Gefährliche Stoffe wurden nach ersten Messungen nicht freigesetzt.

In einer Brennelemente-Fabrik in Lingen im Emsland ist am Donnerstagabend ein Feuer ausgebrochen. „Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Lingen. Wie die Stadt Lingen auf Twitter mitteilte, hatte es in einem Labor gebrannt, das sich im „nicht-nuklearen Teil“ der nuklearen Fertigung der Fabrik befinde.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften war im Einsatz. Der Brand wurde noch im Laufe des Abends gelöscht, Verletzte habe es nicht gegeben. Nach ersten Messungen der Feuerwehr seien keine gefährlichen Stoffe freigesetzt worden.

Das Gebäude, in dem sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers Mitarbeiter befunden hätten, war noch vor Eintreffen der Rettungskräfte evakuiert worden, hieß es von der Polizei.

Die Brennelementefabrik in Lingen liefert Brennelemente mit Uran unter anderem an Reaktoren in belgischen Atomkraftwerken.

Verband fordert Stilllegung der Brennelementefabrik

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) hatte noch kurz zuvor eine Stilllegung des Betriebs gefordert. Innerhalb weniger Wochen habe es in der Atomfabrik zwei meldepflichtige Ereignisse gegeben, hieß es. Der BBU bezog sich mit seiner Forderung auf zwei Ereignisse, die das niedersächsische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde Anfang November und an diesem Dienstag mitgeteilt hatte. Beide Ereignisse hatten demnach „keine oder eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung“.

Angesammelte Feuchtigkeit

Zunächst hatte sich in der Trockenkonversionsanlage, einem Teil der Fertigungsstraße in der Brennelementefabrik, Feuchtigkeit angesammelt. Nach Angaben des Betreibers war die Feuchtigkeit durch eine Fehlfunktion in der Wasserdampfversorgung verursacht worden. Die fehlerhaften Komponenten seien nach einer umfänglichen Kontrolle der Wasserdampfversorgung ausgetauscht worden, hieß es in der Mitteilung.

Bei dem zweiten Ereignis geht es um Risse an einem Reaktionsbehälter in der Trockenkonversionsanlage. Diese seien bei einer Routinekontrolle mit Hilfe von Ultraschall festgestellt worden, teilte das Ministerium mit. Mit bloßem Auge seien die beiden Risse in einer Ummantelung innerhalb der Fertigungsanlage nicht erkennbar, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Der betroffene Anlagenteil werde repariert und sei so lange außer Betrieb, sagte die Sprecherin.

Von RND/dpa/frs