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Fernsehköchin Sarah Wiener.

Sarah Wiener: Gold-Steak ist „dekadente Schwachsinnsküche“

Das vergoldete Steak des Star-Fußballers Franck Ribéry ist seit Tagen für viele ein Aufreger, und auch Star-Köche können mit Gold auf Steaks wenig anfangen – Sarah Wiener hält es für „eine dekadente Schwachsinnsküche“. Ribéry bekommt aber auch Unterstützung aus der Sternenküche.

Köchin Sarah Wiener (56) hält es für unnütze Angeberei, ein Steak mit Blattgold zu verzieren. Fußballer Franck Ribéry hatte kürzlich ein Video von einem Stück Glitzerfleisch gepostet. „Es ist keine Luxusküche. Es ist eine dekadente Schwachsinnsküche“, sagte Wiener.

Die Haute Cuisine habe mehr zu bieten. Da gehe es um Originalität, Kreativität und Geschmackskompositionen. Blattgold sei weder besonders kreativ noch geschmacklich wertvoll. „Selbst kulinarisch gibt’s dafür die Note 5 von mir“, sagte Wiener, die unter anderem ein Restaurant im Berliner Museum Hamburger Bahnhof betreibt. Wiener sagte, man könne mit Geld prinzipiell machen, was man wolle. Die Art, das so zu zelebrieren und der Welt mitzuteilen, finde sie aber nicht nur dekadent, sondern „geradezu armselig“. „Wenn man betrachtet, wie viele Milliarden Menschen sich nicht einmal einen Fingerhut von diesem Steak leisten können.“

Star-Koch Schuhbeck: Ribéry hat keine merkwürdigen Essgewohnheiten

Auch Starkoch Alfons Schuhbeck (69) äußerte sich zum Fall Ribéry – der Fußballer isst nach Angaben des 69-Jährigen ganz normal. „Als Koch des FC Bayern München kann ich zu Franck Ribérys Essverhalten nur sagen, dass er keinerlei merkwürdige Vorlieben hat“, sagte Schuhbeck. Der 35-jährige Ribéry steht seit einigen Tagen in der Kritik, weil er sich in Dubai ein mit Blattgold verziertes Steak servieren ließ – und ausfallend wurde, weil der ein oder andere das dekadent fand.

Aus Sicht Schuhbecks hat Blattgold in der Küche allerdings „nichts mit kulinarischem Mehrwert oder gutem Geschmack“ zu tun, „sondern nur mit schillernden Vorlieben der „Bling-Bling“-Gesellschaft“. „Deshalb gibt’s vergoldete Tomahawk-Steaks auch nicht in den Sternerestaurants von München, Paris oder Barcelona, sondern an extravaganten Schauplätzen der Glitzerwelt“, sagte er. „In unseren Breitengraden wird Gold als zugelassene Lebensmittelfarbe mit der Nummer E 175 nach meinem Wissen nur noch zum Überziehen oder Dekorieren von Süßigkeiten und aufgebrezelten Wurstwaren verwendet.“

Ribéry hatte viel Kritik für das vergoldete Steak geerntet

Ribéry hatte ein Video aus Dubai gepostet, in dem ihm ein vergoldetes Steak serviert wird. Laut Sportdirektor des FC Bayern soll Ribéry dazu eingeladen worden sein. Der Fußballer erntete viel Kritik für das Video. Weil danach von seinem Twitter-Account obszön zurückgeschimpft wurde, legte ihm der Verein eine Geldstrafe auf.

Von RND/dpa