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Noch ein wenig muss Romeo warten, dann ist seine zehnjährige Einsamkeit ein Ende.

Romeo, der einsamste Frosch der Welt, hat endlich eine Freundin

Happy End für Romeo, den einsamsten Frosch der Welt: Nach zehn Jahren haben Forscher eine Partnerin für den Wasserfrosch gefunden – er galt lange als vermutlich letzter seiner Art. Am Valentinstag soll Romeo seine Julia auf einem Blind-Date kennenlernen.

Der einsamste Frosch der Welt, Romeo, könnte bald eine Partnerin bekommen. Noch hat er seine Juliet allerdings nicht kennengelernt, Forscher planen ein Blind-Date am Valentinstag. Mit Auftrag: Die beiden sind für ihre Arterhaltung zuständig. Wenn das mal keine Aufgabe ist!

Romeo suchte vor rund einem Jahr öffentlichkeitswirksam auf der Singleplattform Match.com nach einer Partnerin. „Meine Situation ist etwas dringend, denn wenn ich nicht bald eine Lady finde, wird meine Art, wie wir sie kennen, aussterben. Aber kein Druck“, schrieb er auf dem Profil, das mit einer Spendenaktion verbunden war.

Sehuencas-Wasserfrösche nahezu ausgestorben

Forscher hatten angenommen, dass es sich bei dem elfjährigen Romeo, der in einem Museum in Bolivien lebt, um das letzte verbliebene Exemplar seiner Spezies handeln könnte. Seit mehr als einem Jahrzehnt wurden keine Sehuencas-Wasserfrösche in freier Wildbahn gesichtet.

Durch die Öffentlichkeit war es gelungen, Geld zu sammeln, um nach einem weiblichen Tier zu suchen. Mit Erfolg: Forscher des Global Wildlife Conservation (GWC) und des Museo de Historia Natural Alcide d’Orbigny spürten in einem Regenwald in Bolivien einen paarungsbereiten weiblichen Wasserfrosch auf.

Fünf Exemplare in freier Wildbahn gefunden

Zunächst entdeckte das Team einen männlichen Sehuencas-Frosch, dieser führte die Forscher zu zwei weiteren Männchen und zwei Weibchen. Nur ein Weibchen, Juliet, war im paarungsfähigen Alter, die anderen Frösche seien zu jung gewesen.

Nach ihrer Gefangennahme harrt Juliet nun erst einmal in Quarantäne aus. Es muss sichergestellt sein, dass sie nicht mit einer Tröpfchenpilz-Krankheit infiziert ist. Diese hat schon ganze Frosch-Populationen ausgelöscht.

Juliet will aus Quarantäne flüchten

Am 14. Februar sollen die beiden erstmals aufeinander treffen. Ob sie sich dann verlieben? Die Forscher sind sich nicht sicher, denn die beiden sind sehr unterschiedlich. Im Gegensatz zu Romeo ist Juliet extrovertiert und sehr aktiv. Romeo schwimmt nicht gerne, ist schüchtern und etwas übergewichtig. Juliet hingegen hat schon versucht, aus der Quarantäne zu flüchten. Auf Romeos Twitter-Account kann das Aufeinandertreffen verfolgt werden.

Sollte es mit der großen Liebe zwischen den beiden nicht klappen, haben Forscher durch den Fund der Wildtiere nun immerhin weitere Möglichkeiten, etwa eine künstliche Befruchtung bei Juliet oder später die Paarung der aufgefundenen jüngeren Wasserfrösche. Die wurden nämlich aus Schutzgründen ebenfalls mitgenommen. „Nun können wir sogar mit mehr als einem Paar ein Zucht-Programm auflegen“, sagte Teresa Camacho Badani, Museumsleiterin des Bereichs Herpetologie. Sie dankte allen Spendern.

Potenzieller Nachwuchs soll ausgewildert werden

Es sei immer ein Risiko, wildlebende Tiere zu fangen, sagt GWC-Mittelamerika-Koordinator Chris Jordan, allerdings gehe man davon aus, dass nur noch so wenige Sehuencas-Wasserfrösche in der Freiheit leben, dass sich die Art langfristig nicht selbst erhalten kann. Die Nachfahren von Romeo und Juliet sollen dann aber wieder ausgewildert werden.

Von RND/msk