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So stellen sich die Surffans die stehende „Leine“-Welle in Hannover vor.

Vorbild München: Wird Hannover zum neuen Surfer-Paradies?

Wer kennt nicht die Bilder aus München vom Eisbach. Surfer und Zuschauer tummeln sich um die künstlich erzeugte Welle um Teil des ungewöhnlichen innerstädtischen Spektakels zu werden. Jetzt soll auch Hannover eine solche Welle bekommen. Lange wurde auf die Genehmigung gewartet, jetzt soll endlich erteilt werden.

Die Leine könnte schon bald neuer Anziehungspunkt für Wassersportler in Hannover werden. Die Region Hannover will nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“(HAZ) in Kürze das Surfprojekt Leinewelle vor dem Landtag genehmigen. „Das Verfahren ist so gut wie abgeschlossen“, sagte am Mittwoch ein Sprecher. Am Donnerstag soll die Entscheidung ein letztes mal geprüft werden. „Der Bescheid wird dann in den kommenden Tagen zugestellt.“

Wasserrechtliche Genehmigung fehlt noch

Über den Inhalt machte der Sprecher keine Angaben. Nach Informationen der HAZ will die Region das Surfprojekt aber genehmigen. Der Rat der Stadt hatte bereits im vergangenen Sommer grünes Licht gegeben – dem Verein Leinwelle um den hannoverschen Gastronomen Heiko Heybey fehlt aber noch die wasserrechtliche Genehmigung – die ist nun offenbar so gut wie auf dem Weg. Unklar ist, ob und mit welchen Auflagen die Genehmigung verbunden wird.

Leinewelle-Initiator Heybey wollte sich auf Anfrage nicht äußern. „Ich würde mich freuen, habe aber noch keinen Bescheid gesehen und kann darum dazu überhaupt nichts sagen.“

Fischereiverein will wohl klagen

Vorbild für das Projekt Leinewelle ist der Eisbach in München. An der Leinebrücke am Landtag soll eine Konstruktion in den Fluss gebaut werden, die das Wasser der Leine zu einer stehenden Welle auftürmt, auf der gesurft werden kann. Ein Fischpass führt die Tiere an der Stelle vorbei.

Dennoch ist der Fischereiverein Hannover nicht begeistert. „Sollte die Region die wasserrechtliche Genehmigung erteilen, werden wir überlegen, dagegen zu klagen. Ich denke, wir werden das auch tun“, sagte der Vorsitzende Heinz Pyka. Es gebe mehrere geschützte Fischarten an der Stelle wie Mühlkoppen, Steinbeißer oder Flussneunauge. Für das Flussneunauge sei der Bereich um die geplante Leinwelle Laichhabitat. Zugleich zeigte sich Pyka kompromissbereit: Sollte die vom Verein schon lange geforderte Fischtreppe am Leinewehr kommen, könne man auf die Klage auch verzichten. „Die Fischtreppe würde sogar zu einer Verbesserung der Leine führen.“

Von Karl Doeleke/HAZ/RND