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Eine Frau stellt vor dem Haus eine Kerze auf, in dem ein sechsjähriges Mädchen ums Leben kam.

Getötete Leonie (6): Polizei sucht mit Fotos nach flüchtigem Stiefvater

In Torgelow stirbt ein sechs Jahre altes Mädchen. Was erst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich als mutmaßlicher Mordfall. Die Polizei durchsuchte Wohnungen und fahndet nach dem Stiefvater – jetzt auch mit zwei Fahndungsfotos.

Der Stiefvater der getöteten Leonie aus Torgelow (Kreis Vorpommern-Greifswald) ist weiter auf der Flucht. Wie Polizeisprecherin Nicole Buchfink sagte, wurden in der Nacht zum Freitag mehrere Wohnungen in Wolgast und Umgebung durchsucht, allerdings noch ohne Erfolg. Es gebe laufend Hinweise auf mögliche Aufenthaltsorte des mutmaßlichen Mörders, der seit Montagabend auf der Flucht ist. Das Amtsgericht Pasewalk erließ am Donnerstag Haftbefehl, die Polizei fahndet mit zwei Fotos nach dem Gesuchten.

Dem Lebensgefährten der Mutter des Opfers wird Mord durch Unterlassen vorgeworfen. Laut Staatsanwaltschaft soll er die Sechsjährige derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie an den schweren Verletzungen starb. Der 27-Jährige habe keine Hilfe geholt und zudem vorgegeben, das Kind sei eine Treppe hinuntergestürzt. Bei der Festnahme in Pasewalk am 14. Januar konnte er fliehen.

Auch der jüngere Bruder von Leonie wurde misshandelt

Inzwischen wurde bekannt, dass er auch den jüngeren Bruder des getöteten Mädchens misshandelt haben soll, der am Montag vom Jugendamt zum leiblichen Vater gebracht wurde. Gegen die Mutter der beiden Kinder, die mit einem Baby in eine Mutter-Kind-Einrichtung gebracht wurde, wird wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung ermittelt.

Unterdessen hat auch der Landrat des Kreises Vorpommern-Greifswald Michael Sack (CDU) den Angehörigen des Opfers sein Bedauern ausgedrückt. Er rief dazu auf, nicht wegzuschauen oder wegzuhören.„Sollten Sie Zeuge von Geschehnissen werden, die auf eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls hindeuten, zögern Sie nicht, den Notruf 112 zu wählen“, erläuterte Sack in einer Mitteilung. Grundsätzlich gelte die Regel: Lieber ein Hinweis zu viel als einer zu wenig.

Das Jugendamt hatte die Familie im Februar 2018 – damals hatten sich die Eltern getrennt und die Mutter lebte mit dem neuen Lebensgefährten noch in Wolgast – nach einem Hinweis überprüft, aber keine Anhaltspunkte für Misshandlungen gefunden. Am 22. Januar ist in Torgelow eine Trauerstunde in der evangelischen Kirche geplant.

Von RND/dpa