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Kerzen und Plüschtiere stehen vor dem Eingang des Hauses, in dem eine Sechsjährige ums Leben kam.

Im Gefängnis verprügelt? Falschmeldungen über Stiefvater der getöteten Leonie

Wurde der unter Mordverdacht stehende Stiefvater der toten Leonie im Gefängnis verprügelt? Entsprechende Gerüchte waren in sozialen Netzwerken aufgekommen – sie sind falsch.

Das Justizministerium in Mecklenburg-Vorpommern hat Gerüchte zurückgewiesen, nach denen der unter Mordverdacht stehende Stiefvater der getöteten Leonie im Gefängnis verprügelt worden sein soll. „Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage“, sagte Sprecher Tilo Stolpe der „Ostsee-Zeitung“.

Dem 27-jährigen David H. werden Mord durch Unterlassen und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll die sechs Jahre alte Tochter seiner Lebensgefährtin derart misshandelt haben, dass sie am 12. Januar in der Wohnung der Familie in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) starb. Er habe den nahenden Tod des Kindes infolge der Misshandlungen erkannt und billigend in Kauf genommen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Bei seiner Vernehmung auf dem Polizeirevier in Pasewalk am 14. Januar war er geflohen und konnte von der Polizei erst nach sieben Tagen Flucht am Montag bei Anklam gestellt werden. Gegenüber einem haftrichter bestritt er, das Mädchen umgebracht zu haben.

Polizei bildet Ermittlungsgruppe „Leonie“

Die Polizei hat unterdessen die Ermittlungsgruppe „Leonie“ mit fünf Beamten der Kriminalpolizeiinspektion Anklam ins Leben gerufen. Die Polizisten sind auf besonders schwerwiegende Verbrechen wie Mord spezialisiert.

So würden nun weitere Zeugen befragt, auch im Umfeld der Familie. Die Wohnung der Familie in Torgelow wurde beschlagnahmt. Gemeinsam mit den Rechtsmedizinern untersuchen die Ermittler den Tatort nun akribisch auf Blutspuren. Von einer sogenannten Blutspurenmusteranalyse erhoffen sich die Ermittler, den möglichen Tathergang rekonstruieren zu können. Dabei werden kleinste Blutspritzer mit Hilfe des chemischen Mittels Luminol sichtbar gemacht. Auch wird eine DNA-Analyse des Blutes unternommen.

Von RND/Alexander Müller/Virginie Wolfram