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Jugendliche springen in Adelaide am Henley Beach ins Wasser. Am 24. Januar zeigte das Thermometer in der Stadt ganze 46,2 Grad.

Hitzerekord in Australien: Tiere sterben, der Asphalt schmilzt

Während Deutschland bibbert, leidet Australien unter einer Rekord-Hitze. Der Asphalt schmilzt, Tiere verenden – und auf australischen Bürgersteigen ist es sogar schon möglich, Spiegeleier zu braten. Ist der Klimawandel schuld?

Australien leidet unter einem extremen Hitzesommer, der jetzt auch Rekorde bricht: In Adelaide stieg das Thermometer am Donnerstag auf 46,2 Grad Celsius – so warm war es in der Stadt seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 130 Jahren noch nie.

Welche Folgen die extreme Hitze hat, beweist ein Video des TV-Senders „Nine News Adelaide“: In Adelaide ist es so heiß, dass man auf dem Bürgersteig Spiegeleier braten kann.

Heißeste Nacht aller Zeiten in Noona gemessen

Die Temperaturen im Osten Australiens liegen allerdings nicht erst seit gestern weit über 40 Grad Celsius. Bereits seit dem 12. Januar werden Rekordtemperaturen gemessen, sagte der Klimaforscher Blair Trewin vom staatlichen Wetteramt dem Nachrichtensender „ABC News“. Auch in den Nächten kühle es sich mancherorts kaum ab. Im ostaustralischen Noona sei mit 35,9 Grad der Rekord für die heißeste Nacht aller Zeiten gebrochen worden, sagte Trewin.

Durch die große Hitze ist im Bundesstaat New South Wales nahe der Stadt Wauchope bereits der Belag einer Autobahn geschmolzen. Straßenarbeiter brachten Wasser auf die Straße auf, um zu verhindern, dass der Asphalt an den Autoreifen haften bleibe, so die Lokalzeitung „The Argus“

40 Wildpferde verenden an ausgetrocknetem Wasserloch

Verheerende Auswirkungen hat die andauernde Hitze und Dürre auch in der Tierwelt, wie Medien berichteten. Rund 40 tote Wildpferde wurden demnach in ausgetrockneten Wasserlöchern nahe der entlegenen Siedlung Santa Teresa, rund 80 Kilometer südwestlich von Alice Springs in der Mitte des Landes, gefunden. Ranger hätten 55 weitere Wildpferde erschießen müssen, die unter der Wassermangel gelitten hatten.

Fledermäuse werden für Menschen zur Gefahr

Auch den Fledermäusen macht die Hitze zu schaffen – und sie werden dadurch sogar zur Gefahr für Menschen. Behörden warnen vor Beiß- und Kratzattacken der gestressten Tiere, wie der Sender „ABC“ berichtete. Allein in der ersten Januar-Hälfte habe es nördlich der Metropole Sydney sieben Angriffe von Fledermäusen gegeben. Das sei mehr als je zuvor in einem so kurzen Zeitraum. Bei zwei Tieren sei das dem Tollwuterreger ähnliche australische Fledermaus-Lyssavirus nachgewiesen worden. Es kann für Menschen lebensbedrohlich sein.

Ist der Klimawandel schuld?

Laut Roger Jones, Klimaforscher der Victoria University in Melbourne sei die Hitzeperiode ein „riesiges Wettersystem, das sich nur langsam fortbewegt“. Grund dafür sei ein Hochdrucksystem über der Tasmanischen See – es verhindere das Abziehen der heißen Luft in Richtung Osten. Der Klimaforscher meint zudem, dass ein Zusammenhang mit dem Klimawandel nicht zu bestreiten sei.

Von RND/aw/dpa