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Polizisten in Malaysia mit den beschlagnahmten Schuppen.

Rekordfund in Malaysia: 30 Tonnen tote Schuppentiere

In Malaysia haben Fahnder in zwei Fabriken zusammen fast 30 Tonnen tiefgefrorener Pangoline gefunden. Die Tierart ist stark gefährdet, ist aber trotzdem die meist gehandelte. 61 Schuppentiere konnten lebendig gerettet werden.

Trauriger, historischer Fund in Malaysia: Dort beschlagnahmte die Polizei 29,8 Tonnen Pangolin-Fleisch. Das Pangolin oder Schuppentier ist das meist gehandelte Säugetier der Welt, in der Natur kommen die nachtaktiven Tiere in Afrika und Asien vor.

Das Fleisch wurde an zwei verschiedenen Orten innerhalb eines Umkreises von 30 Kilometern gefunden, meldet die Organisation Traffic, die sich gegen den Handel von Wildtieren einsetzt. Insgesamt beschlagnahmten die Behörden 1800 Boxen mit tiefgefrorenen Pangolinen, 572 noch stärker gefrorene Tiere, 361 Kilogramm Schuppen und 61 lebendige Schuppentiere in Käfigen.

Zudem fanden die Ermittler zwei Bärentatzen und vier Skelette von Flughunden. Ein 35-jähriger Mann, vermutlich der Manager der Fabriken, in denen der Fund auftauchte, wurde festgenommen, teilte die Polizei von Sabah in einer Pressemitteilung mit. Recherchen der Polizei hätten ergeben, dass der Mann seit sieben Jahren lokalen Jägern Pangoline abkaufe, um sie umzuverteilen.

Das Gebiet Sabah, in dem nun auch die rund 30 Tonnen gefunden wurden, gilt als einer der Haupt-Umschlagplätze des illegalen Pangolin-Handels. Binnen 13 Monaten zwischen 2007 und 2009 sollen in dem malaysischen Bundesstaat 22.000 Pangoline getötet worden sein, berichtet Traffic. Seit August 2017 seien 40 Tonnen Pangoline beschlagnahmt worden, wovon 13 Tonnen aus Afrika stammen.

Viele Pangoline werden von Afrika nach Asien geschmuggelt

Vor allem in Asien werden die Tiere gehandelt, ihr Fleisch gilt als Delikatesse, die Schuppen werden als Arzneimittel verwendet, obwohl diese nur aus Keratin bestehen – wie das Horn des Nashorns, das ebenfalls gehandelt wird. Seit 2013 darf mit den als stark gefährdeten Schuppentieren gar nicht mehr gehandelt werden.

Die Tierschutzorganisation Pro Wildlife geht davon aus, dass jedes Jahr rund 100.000 Schuppentiere illegal gefangen werden, meist in Afrika, um sie dann nach Asien zu schmuggeln. Sie sind häufig leicht einzufangen, weil sie sich bei Gefahr zusammenrollen, um sich vor Fressfeinden zu schützen.

Von RND/msk