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Pär Sundberg, Inger Nilsson und Maria Persson spielten 1968 in den „Pippi Langstrumpf“-Filmen.

Für gerechte Entlohnung: Niederländer sammeln für Pippi-Langstrumpf-Darsteller

Erst kürzlich sprach Pippi-Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson darüber, dass die Kinder in den Filmen nicht entlohnt wurden. Zwei Fans finden das ungerecht und wollen mit einer Spendenaktion ihren Dank ausdrücken.

Sie waren damals noch Kinder, zu jung, um Geld zu verdienen. Erst kürzlich verriet Pippi-Langstrumpf-Darstellerin Inger Nilsson (59) in einem Interview mit der Plattform „AD.nl“, dass sie sowie die Darsteller von Annika und Tommi für die Pippi-Filme nie wirklich entlohnt wurden. „Kein Geld ging an die Helden unserer Jugend“, sagte sich die Niederländerin Heleen Bosma, als sie davon las, und initiierte eine Crowdfunding-Aktion, um Geld für die Schauspieler zu sammeln.

Es handle sich um eine Geste, schreiben die beiden Initiatorinnen Heleen Bosma and Marjan Tulp in ihrem Text zur Aktion, „wir wollen einfach Danke sagen. Danke für die fantastischen Abenteuer und dass ihr uns gezeigt habt, dass alles möglich ist, wenn wir es nur wollen. Und am meisten: Dass man niemals auf die Fräuleins Prüsselius dieser Welt hören muss.“ Fräulein Prüsselius ist die steife Erzieherin, die Pippi im Heim unterbringen will und dafür auch die Polizei ruft.

Schwierige berufliche Situation nach den Filmen

Die Schauspieler seien für immer in ihrem Herzen, schreiben Bosma und Tulp, deshalb möchte sie diese Chance nutzen und ihnen Wertschätzung zeigen. Die Schauspieler Inger Nilsson, Pär Sundberg (61) und Maria Persson (59) konnten nie an den Erfolg aus der Serie anknüpfen, lediglich Nilsson blieb der Schauspielerei treu.

Aber auch sie litt darunter, dass sie ihr Gesicht immer untrennbar mit Pippi Langstrumpf verbunden war. Das machte es schwierig, anderweitig Rollen zu bekommen. „Jeder hat etwas, gegen das er in seinem Leben ankämpft. Und bei mir war das Pippi“, sagte sie gegenüber „AD.nl“. Sie sei als Kind schüchtern gewesen, mehr Annika als Pippi. Noch als Erwachsene wurden ihr Rollen verwehrt, weil Regisseure Pippi nicht in ihren Stücken haben wollten.

„Das ist wirklich herzerwärmend“

Nilsson, die erst kürzlich verriet, wie schlimm es am Set war, vor allem in der Arbeit mit dem Affen Herr Nilsson, arbeitete als Sekretärin in einem Krankenhaus, um über die Runden zu kommen. Erst seit 2006 arbeitet sie wieder als Schauspielerin, spielt in der deutsch-schwedischen Krimiserie „Der Kommissar und das Meer“ mit. Persson hingegen arbeitete als Pflegerin und lebt inzwischen aus gesundheitlichen Gründen von staatlicher Hilfe, Sundberg hat eine Firma gegründet. Beide leben in Spanien.

Maria Persson erfuhr am Telefon von Journalisten von „ad.nl“ von der Spendenaktion. Sie freue sich, dass so viele Menschen sich aus tiefstem Herzen an der Aktion beteiligen. Sundberg hingegen hat mit dem Verkauf seiner Firma so viel Geld verdient, dass er sich vorzeitig zur Ruhe setzen konnte. „Das Geld brauche ich nicht, aber was für eine nette Geste. Dass ist wirklich herzerwärmend“, wird er zitiert.

Eine Heldin – bis heute

Bisher sind rund 20.600 Euro eingegangen, die die beiden Fans an ihre Kinderstars weitergeben möchten. Vor allem viele kleine Spenden sind eingegangen, allerdings auch großzügige von bis zu 500 Euro. Viele Menschen, die sich am Crowdfunding beteiligen, kommentieren, wie wichtig die Filme für sie waren und immer noch sind.

„Alle loben Astrid Lindgren, aber Pippi können wir uns nur als Inger Nilsson vorstellen“, schreibt eine Spenderin. „Ich spende, weil wir diese fantastische Heldin immer noch genießen“, eine andere. „Pippi, du warst fantastisch. Du hast mich immer angelächelt, wenn ich traurig war“, schreibt eine Frau.

Von RND/msk