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Entdeckten das Geld in gebrauchter Bettwäsche, die sie für 2 Euro bei der Tafel kauften: Muhammed Hajji (Zweiter von rechts) und seine Familie.

14.000 D-Mark: Syrische Familie darf gefundenes Geld behalten

Eine syrische Familie hatte in Holzminden 14.000 D-Mark in gebraucht gekauftem Bettzeug gefunden und das Geld beim Fundbüro abgegeben. Lange sah es so aus, als würden die ehrlichen Finder leer ausgehen. Doch jetzt bekommt die Familie offenbar das gesamte Geld – die Syrer seien schließlich die Eigentümer, hieß es aus dem Rathaus.

Dieser Fall hat bundesweit Beachtung gefunden: Im Mai 2017 hatte die syrisch-kurdische Familie um Muhammed Hajji aus Holzminden 14 000 Deutsche Mark (etwa 7000 Euro) in gebraucht gekaufter Bettwäsche gefunden – und nach kurzer Überlegung zum Fundbüro gebracht.

Weil die Syrer das Bettzeug für 2 Euro bei der Holzmindener Tafel erworben hatten, meldete die Einrichtung einige Zeit nach dem Fund selbst Anspruch auf das im Bettzeug versteckte Geld an – und erntete hierfür Kritik etwa vom Flüchtlingsrat. Lange sah es so aus, als würden die ehrlichen Finder leer ausgehen. Nach mehr als 14 Monaten juristischer Prüfung stellte die Stadt jetzt in einer Pressemitteilung fest, dass es sich bei den 14 1000-Mark-Scheinen, die in einem Briefumschlag steckten, „nicht um eine Fundsache handelt“.

Stadt Holzminden irritiert mit Mitteilung

Doch wer das Geld nun bekommen soll oder ob die Kommune es am Ende behält, erklärte die Stadt zuerst nicht. Über das Ergebnis der juristischen Prüfung seien die betroffenen Parteien unterrichtet worden, teilte das Büro des Bürgermeisters mit.

Wie die HAZ am Abend aus dem Rathaus erfuhr, soll das Geld an die ehrlichen Finder gehen, die 2015 aus Aleppo nach Deutschland kamen. Die 14.000-D-Mark, so hieß es, seien das Eigentum von Familie Hajji – genau wie die Bettwäsche.

Von HAZ/Michael B. Berger