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Das Landeskriminalamt hat die 43 gestohlenen Endoskope und einen Videoprozessor am Dienstag dem Siloah-Klinikum zurückgegeben.

LKA übergibt wiedergefundene Endoskope ans Siloah

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen hat in Hannover die 43 aus dem Siloah-Klinikum gestohlenen Endoskope zurückgegeben. Das medizinische Gerät wurde Anfang Februar gestohlen, aber später am Flughafen Frankfurt sichergestellt. Das Krankenhaus will jetzt sein Sicherheitskonzept verbessern.

Das Siloah-Krankenhaus hat seine Anfang Februar gestohlenen Endoskope zurückbekommen. Am Dienstag übergab das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen das medizinische Equipment im Rahmen eines Fototermins in Hannover. Die 43 Geräte füllten fünf Umzugskartons. Dazu kam ein sogenannter Videoprozessor, damit die Bilder aus den eingebauten Kameras auch angezeigt werden können. Das wiedergefundene Diebesgut hat einen Wert von etwa 1,2 Millionen Euro.

Holpriger Betrieb am Siloah

„Wir sind mehr als erfreut, dass die Endoskope wieder da sind“, sagte Michael Schmitt, geschäftsführender Direktor des KRH Klinikums Mitte, zu dem auch das Siloah gehört. „Anfangs hatten wir nicht daran geglaubt.“ Die meisten Endoskope bleiben verschollen, so unter anderem auch die an Pfingsten 2017 aus der MHH gestohlenen 17 Geräte. Nach dem Diebstahl habe am Siloah laut Prof. Ahmed Madisch, Chefarzt der Gastroenterologie, ein „holpriger Betrieb“ geherrscht. Allein an dem Tag waren 60 Untersuchungen geplant, doch zunächst mussten Ersatzgeräte beschafft werden.

Im jetzigen Fall kooperierte das LKA unter anderem mit dem Zoll, dieser entdeckte die Geräte schließlich in der Luftpost am Flughafen Frankfurt – mit ihnen auch 13 Endoskope aus einer Bielefelder Klinik. Wer hinter den Taten steckt, ist offen. Das LKA nennt keine Details, um die Ermittlungen nicht zu gefährden. Die Pakete sollten laut Behördensprecher Matthias Eichler aber „ins nicht-europäische Ausland“ gehen. Aus anderen deutschen Fällen ist bekannt, dass die Waren oft nach Kolumbien oder in osteuropäische Staaten wie die Ukraine gehen.

Klinik überarbeitet Sicherheitskonzept

Das Siloah schätzt, dass die wiedergefundenen Endoskope in zwei bis drei Wochen wieder voll einsatzfähig sind. Sie werden jetzt zum Hersteller nach Hamburg geschickt, damit dieser sie auf Schäden untersucht. „Die Geräte sind sehr schlagempfindlich“, sagte Hans Roebbecke, Leiter der Medizintechnik am KRH. Gleichzeitig will das Klinikum sein Sicherheitskonzept überprüfen, damit es nicht wieder zu einem Diebstahl kommt: „Wir werden uns noch einmal Gedanken dazu machen, wie wir die Geräte künftig besser schützen“, sagte Direktor Schmitt.

Von Peer Hellerling