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Polizisten kontrollieren an einer mobilen Kontrollstelle kurz hinter der Grenze Fahrzeuge, die aus Österreich nach Deutschland kommen.

Polizei schnappt fast 700 mutmaßliche Schlepper

Die Zahl der Migranten geht stetig zurück – so auch 2018. Das Geschäft der Schlepperei scheint aber zu boomen. Die bayerische Polizei nahm deutlich mehr Schleuser fest als in den Vorjahren.

Die Bundespolizei hat 2018 in Bayern deutlich mehr mutmaßliche Schleuser festgenommen als im Vorjahr – obwohl erheblich weniger Migranten kamen. Die Beamten fassten 675 Verdächtige, gut 42 Prozent mehr, wie der Sprecher der Bundespolizeidirektion München, Thomas Borowik, am Dienstag sagte.

Ende des vergangenen Jahres habe sich bereits abgezeichnet, dass Bundespolizisten in Bayern mehr als die Hälfte aller Schleuser deutschlandweit dingfest gemacht hätten.

Dabei kamen 2018 gut 15.100 Flüchtlinge über die Grenze nach Bayern, was einem Rückgang von rund 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Rund 6200 wurden direkt an der Grenze zurückgewiesen, zumeist, weil sie kein glaubhaftes Asylanliegen vorbringen konnten. Ein Drittel aller bundesweit illegal eingereisten Migranten seien in Bayern erfasst worden.

Die Schlepper verlangten horrende Summen. „Es sind oft vier- bis fünfstellige Beträge, die Schleuser pro Kopf von den Migranten nehmen“, sagte Borowik. Möglicherweise vertrauten sich Migranten vermehrt Schleusern an, um trotz der Grenzkontrollen nach Deutschland reisen zu können, hieß von Seiten der Bundespolizei in München und Rosenheim weiter.

Von RND/dpa