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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim Besuch einer Schule.

Französische Schulen streichen „Vater“ und „Mutter“

Zugunsten von gleichgeschlechtlichen Ehen ändert Frankreich das Bildungsgesetz und streicht künftig die Bezeichnungen „Vater“ und „Mutter“. Stattdessen wird in Schulformularen künftig von „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ gesprochen.

Frankreich schafft „Vater“ und „Mutter“ ab: Die Nationalversammlung verabschiedete ein Gesetz, das vorsieht, dass in Formularen und Briefen von Schulen nur noch von „Elternteil 1“ und „Elternteil 2“ gesprochen wird. Hintergrund sei die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partner, die so aufgehoben werden soll.

Mit dem Änderungsantrag sollen die vielfältigen Familienformen der Kinder auf den Schulformularen abgebildet und berücksichtigt werden, sagte Valérie Petit, Abgeordnete der REM-Mehrheitspartei von Präsident Emmanuel Macron gegenüber „Le Parisien“. Petit hatte den Änderungsantrag im Rahmen eines umfassenderen Gesetzes verabschiedet, das den Bau einer „Schule des Vertrauens“ vorsieht, die unter anderem auch den Besuch für alle Dreijährigen verpflichtend macht.

„Mutter“ und „Vater“ sind altmodisch

Laut Petit berücksichtigen die Worte Mutter und Vater in Schulunterlagen nicht die Existenz von gleichgeschlechtlichen Ehen. „Wir haben Familien, die mit Ankreuzfeldern konfrontiert sind, die in ziemlich altmodischen Sozial- und Familienmodellen stecken. Für uns ist dieser Artikel ein Maß für soziale Gleichheit“, verteidigte REM-Politikerin Jennifer de Temmerman das Gesetz.

Gegner befürchten Problem bei der Hierarchie der Eltern

Die Änderung stößt nicht bei allen auf Verständnis. Laut „Telegraph“ sagte der rechte Abgeordnete Eric Ciotti: „Die Negation des Geschlechts dekonstruiert das Gleichgewicht unserer Gesellschaft“. Und auch die französische Vereinigung für gleichgeschlechtliche Eltern (AFDH) übt Kritik, sie warnt vor einer Hierarchie. „Wer ist ’Elternteil 1’und wer ist ’Elternnummer 2’?“, fragte AFDH-Präsident Alexandre Urwicz. Sein Vorschlag ist die Auswahl zwischen Vater, Mutter und gesetzlicher Vertreter.

Im Netz wird über das neue Gesetz gelacht. Ein Nutzer twittert: „In Frankreich sagen wir nicht ’Luke, ich bin dein Vater’ sonder ’Luke, ich bin dein Elternteil 1’ und ich finde, es klingt wunderbar“.

Von RND/mat