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Intern untersucht der TÜV Süd, wie es trotz einer Überprüfung zur Katastrophe kommen konnte.

TÜV-Süd-Chef: Unternehmen prüft vorerst keine Dämme mehr in Brasilien

Nach dem verheerenden Dammbruch im Januar in Brasilien will der TÜV-Süd-Chef keine Staudämme in Brasilien mehr prüfen. Bei der Katastrophe kamen 200 Menschen ums Leben.

Der TÜV Süd will nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien mit mindestens 200 Toten vorerst keine Dämme in Brasilien mehr prüfen. „Wir haben dem Vale-Konzern mitgeteilt, dass wir keine Dämme mehr in Brasilien prüfen werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Axel Stepken der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Vom Ergebnis interner Untersuchungen werde es abhängen, ob der TÜV Süd in diesem Bereich weiter tätig sein wolle.

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Das Unternehmen habe auch eine technische Arbeitsgruppe aus sechs international bekannten, externen Wissenschaftlern zur Aufarbeitung des Dammbruchs eingesetzt. Neben den Ereignissen rund um den Erdwall von Brumadinho untersuchten sie im Sinne der Gefahrenabwehr auch noch etwa 30 weitere Dämme, für die der TÜV Süd Prüfungsleistungen erbracht habe. „Der erste Eindruck hat ergeben, dass die zur Berechnung der Stabilität verwendete Methodik bei bislang acht Dämmen zu hinterfragen ist“, sagte Stepken. „Obwohl die Erkenntnisse sehr vorläufig sind, haben wir sie weitergeleitet, um damit potenzielle Risiken für Mensch und Umwelt zu verringern.“

Von dpa/RND