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Ausgangspunkt war ein Schulprojekt. Quelle: picture alliance/imageBROKER

Elfjährige kritisiert, dass Mitschüler den Hitlergruß zeigen – dann muss sie zum Direktor

In einer Schule in Tennessee zeigen Fünftklässler immer wieder den Hitlergruß. Eine Elfjährige kritisiert das mehrfach lautstark – und wird deshalb ins Büro des Rektors geschickt. Ihre Eltern sind stolz auf sie.

In einer Schule in Tennessee wurde eine elfjährige Schülerin aus ihrer Klasse genommen und den restlichen Schultag ins Büro des Rektors geschickt, weil sie Mitschüler aufgefordert hatte, nicht den Hitlergruß zu zeigen. Ihr Vater Keith Jacks Gamble teilte die Geschichte auf Twitter.

Die Diskussion kam in einem „Living History“-Projekt zum Zweiten Weltkrieg auf. Für eine Art Theaterstück war ein Junge als Adolf Hitler verkleidet. Als er die Hand hob, erwiderten einige Schüler die Geste. Auch außerhalb des Projektes sei es immer wieder zu Vorfällen an der Schule gekommen.

Das Mädchen habe sich „respektlos“ verhalten, sagt die Schule

In E-Mails, die Gambler veröffentlichte, argumentiert die Schule damit, dass man sich die Bedenken der Elfjährigen einmal angehört habe und man ihr danach mitgeteilt habe, dass sie jetzt nicht weiter thematisieren solle, dass der Hitlergruß falsch sei.

Während der Generalprobe zu dem Stück habe das Mädchen gerufen: „Hört auf damit, nehmt eure Hände runter. Sofort!“ Daraufhin sei sie von der Lehrerin des Raumes verwiesen worden. Die Schule sagt, das Mädchen habe geschrien und sich „respektlos“ gegenüber der Lehrer verhalten, weshalb sie ins Büro des Rektors geschickt wurde, um sich zu beruhigen.

Hitlergruß wurde auch außerhalb der Proben mehrfach gezeigt

Laut Dokumentation der Eltern des Mädchens, die sie in einer E-Mail an die Schule schickten, hätten Schüler innerhalb und außerhalb der Proben seit April den Hitlergruß gezeigt. Immer wieder habe ihre Tochter dagegen protestiert, weil sie es für falsch hält. Die Schüler reagierten, indem sie das Mädchen mit einem gemeinschaftlichen Hitlergruß im Klassenzimmer begrüßten. Eine Lehrerin sprach ein einziges Mal mit der Klasse, die Hand nicht weiterhin zu heben.

Mutter des Mädchens erlebt Untätigkeit der Lehrer selbst

Die Mutter des Mädchens erlebte bei der Vorführung dann selbst, dass vier Jungs den Hitlergruß erwiderten, als der Hitler-Darsteller auf der Bühne seine Hand hob. Lehrer seien nicht eingeschritten. Die Elfjährige nutzte ihre Zeit auf der Bühne demnach, um über den Hitlergruß zu sprechen und bat Eltern, mit ihren Kindern darüber zu diskutieren.

Ein Sprecher der Schulbehörde sagte in einem Interview mit „BuzzFeed News“, das Mädchen sei nicht bestraft worden. Die Schule halte das Verhalten der Schüler ebenfalls für unangemessen. Weiter sagte er, dass die McFadden School of Excellence in Murfreesboro künftig bei ihren Fünftklässlern darauf verzichtet, ein Kind in die Rolle Hitlers schlüpfen zu lassen. Damit solle auch verhindert werden, dass der Nazigruß gezeigt werde.

Von RND/msk

Ausgangspunkt war ein Schulprojekt.