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Im Zusammenhang mit dem Passauer Armbrust-Fall wurden in dem Haus in Wittingen zwei Leichen gefunden. Quelle: Christophe Gateau/dpa

Armbrust-Fall: Eltern von 19-Jähriger aus Wittingen ließen Tochter beschatten – jetzt spricht der Ermittler

Der Armbrust-Fall in Passau und Wittingen bleibt rätselhaft. Eine der Toten ist eine 19-Jährige aus Wittingen – ihre Eltern hatten, nachdem die Tochter den Kontakt abgebrochen hatte, einen Privatermittler beauftragt. Nun spricht der über ihr Verhältnis zu einem der anderen Toten.

Der Armbrust-Fall mit drei Toten in Passau und zwei toten Frauen in Wittingen bleibt rätselhaft. Nun haben die Eltern der 19-Jährigen, die tot in Wittingen gefunden wurde, sich in einer TV-Doku von RTL geäußert – und gesagt, dass sie bereits vor zwei Jahren, nachdem ihre Tochter sich von ihnen abgekapselt habe, einen Privatermittler beauftragt hätten, um herauszufinden, warum ihre Tochter keinen Kontakt mehr zu ihnen wolle.

Mit 16 Jahren, nachdem das Mädchen in einen Kampfsportclub eingetreten sei, habe ihre Tochter keinen Kontakt mehr gewollt und sei in eine Jugendwohngruppe gezogen, heißt es in der Doku. „Sie war 16, sie hat nie eine Chance gehabt“, sagt der Vater mit Hinblick auf den Tod seiner Tochter. Die Mutter ergänzt: „Sie schwärmte immer nur von Torsten, Torsten, Torsten“ Der Vater ergänzt: „Und über den Club“. Torsten ist einer der Toten, der in Passau gefunden wurde – er soll auch einen Mittelalterladen gehabt haben.

Familie der 19-Jährigen aus Wittingen engagierte Privatermittler

Um herauszufinden, was los ist, engagierte die Familie demnach 2017 den Privatermittler Rolf Will. Der sagt in der RTL-Sendung über die tote 19-Jährige: „Sie wurde so manipuliert, dass sie ihre Eltern auch angezeigt hat, wegen körperlicher Gewalt. Das wurde nachher alles eingestellt, aber im Endeffekt hat das Jugendamt so hart reagiert und den Eltern überhaupt keine Auskunft gegeben.“ Zu dem toten 53-Jährigen sagt er: „Torsten W. ist nach unseren Ermittlungen eine Art Guru, der alles weiß, dem alle Leute zuhören, der die Leute gut manipulieren kann.“

Er erzählt weiter: „Wir haben dann herausbekommen, dass sie wohl eine Bezugsperson hat, die sie durch einen Verein kennengelernt hat und seitdem hat sie sich abgewendet von der Familie, hat immer wieder nagelneue Handys bei sich gehabt, überhaupt keinen Kontakt zu anderen Personen aufgenommen, sich immer wieder nur mit dem Handy beschäftigt und auch wenn sie in den Heimen, wo sie untergebracht war, angesprochen war, hat sie nie mit jemandem geredet.“ Er spricht von einer „SM-Beziehung“, die das Mädchen mit dem 53-Jährigen und anderen Frauen gehabt haben soll. SM steht für Sadomasochismus.

Mutter von 19-Jähriger aus Wittingen: „Ich bin fast Amok gelaufen“

„Ich bin fast Amok gelaufen“, sagt die Mutter gegenüber RTL über den Moment, als sie davon erfuhr. Sie habe sich große Vorwürfe gemacht, „weil ich gesagt habe, Selbstverteidigung ist doch was Gutes für Frauen.“

Haben Sie Suizidgedanken? Hier erhalten Sie Hilfe

Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

0800 – 111 0 111 (ev.)

0800 – 111 0 222 (rk.)

0800 – 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)

Email: unter www.telefonseelsorge.de

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Von RND/hsc

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