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Mit Zetteln verdeckt der Angeklagte Ali B. beim Betreten des Gerichtssaals sein Gesicht. Quelle: Boris Roessler/dpa Pool

Psychopath mit Persönlichkeitsstörung: Gutachterin sagt im Fall Susanna aus

Ali B. muss sich wegen Mordes an der 14-jährigen Susanna vor Gericht verantworten. Eine Gutachterin hat ihm nun eine Persönlichkeitsstörung bescheinigt – und lässt dabei kein gutes Haar an seinem Charakter.

Der Angeklagte im Mordfall Susanna hat nach Einschätzung einer Gutachterin eine schwere Persönlichkeitsstörung. Ali B. sei nur auf seine eigenen Bedürfnisse konzentriert und manipuliere dafür auch andere Menschen, erklärte die Psychiaterin am Mittwoch vor dem Landgericht Wiesbaden.

Kein Bedauern, Mitleid oder Reue

Die Ermordung der Mainzer Schülerin habe er kühl und sachlich ohne jegliche Betroffenheit geschildert. Bedauern, Mitleid oder Reue seien nicht festzustellen. „In seiner Entschuldigung sehe ich keine volle Übernahme der Verantwortung“, sagte die Gutachterin. Statt für seine Tat geradezustehen, mache der irakische Flüchtling andere Personen oder die Umstände dafür verantwortlich. Konkret bescheinigte sie ihm eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit psychopathischen Zügen.

Aggressiv mit festem Frauenbild

Ali B. hatte vor Gericht die Ermordung der 14-jährigen Susanna gestanden, eine Vergewaltigung bestritt er. Zum Auftakt des Prozesses hatte der 22-Jährige gesagt, ihm sei schwarz vor Augen geworden, er wisse nicht, wie das geschehen konnte.

Unter Alkohol werde Ali B. aggressiver, er sei jedoch nicht abhängig, auch nicht von Drogen. „Er hat ein festes Frauenbild“, erläuterte die Expertin. Eine Frau gehe nicht arbeiten oder alleine auf die Straße, stattdessen solle sie putzen und kochen. Die Gutachterin schilderte Ali B. jedoch auch als freundlichen, höflichen, kooperativen und sehr gepflegten Mann. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von RND/dpa