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Symbolbild Quelle: dpa

Clan-Chef ist nach Abschiebung in den Libanon dort wieder auf freiem Fuß

Der Boss des berüchtigten Miri-Clans aus Bremen wurde vor ein paar Tagen von den deutschen Behörden festgenommen und in den Libanon abgeschoben. Dem Mann wird organisierte Kriminalität vorgeworfen – doch in seiner Heimat ist er nun frei.

Beirut. Es war ein gezielter Schlag gegen die organisierte Clan-Kriminalität – und ein Erfolg für die deutschen Ermittler. Am Mittwoch gelang es den Bremer und Berliner Behörden zusammen mit den Bundesbehörden den Clan-Chef Ibrahim Miri (46) festzunehmen und ihn in den Libanon abzuschieben. Dem führende Mitglied des berüchtigten Miri-Clans aus Bremen wird in unterschiedlichsten Bereichen organisierte Kriminalität vorgeworfen. Und nun das: Nach seiner Abschiebung in den Libanon ist er dort auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Prüfung durch die Staatsanwaltschaft liege gegen das Clan-Mitglied im Libanon nichts vor, deswegen sei er freigelassen worden, hieß es am Freitag aus libanesischen Justizkreisen.

Versuch, einzelne Kriminelle in den Libanon abzuschieben

Bund und Länder hatten erst vor drei Wochen bei der Innenministerkonferenz erklärt, den Druck auf kriminelle Clan-Mitglieder in Deutschland erhöhen zu wollen. Dabei hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) gesagt, dass er versuchen wolle, einzelne Kriminelle in den Libanon abzuschieben.

Drogenhandel, Erpressung, Einbrüche und Betrug

Die meisten Familienclans, die in Berlin, Bremen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durch Betrug, Erpressung, Einbrüche, Drogenhandel und andere kriminelle Machenschaften auffallen, sind arabischer oder kurdischer Herkunft. Sie hatten vor ihrer Einwanderung nach Deutschland vorwiegend im Libanon oder in der Türkei gelebt.

Der mühsame Kampf gegen die Clans

Interview zum Thema mit dem Islamwissenschaftler und Autor Dr. Ralph Ghadban

Von dpa/rnd