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Eine Bettwanze (Cimex lectularius) kann ganz schön bissig sein.

Bettwanzen in Reha-Klinik – Blutsauger beißen Patienten

Hier sollte man sich eigentlich erholen, Kraft tanken. Und dann das: Ungeziefer allerorts . Seit sechs Wochen kämpfen Kammerjäger in der Reha-Klinik in Bad Säckingen gegen Bettwanzen – sogar mit Spürhunden.

Bad Säckingen. Seit sechs Wochen kämpfen Kammerjäger in der Reha-Klinik in Bad Säckingen (Kreis Waldshut) gegen Bettwanzen. Angaben des „Südkurier“ und der „Badischen Zeitung“, nach denen zwischenzeitlich in 40 Prozent der Zimmer Parasiten gefunden wurden, bestätigte die Klinikleitung am Mittwoch. Insgesamt fünf Patienten wurden demnach von einer Bettwanze gebissen.

Bis auf vier Zimmer sei die Klinik nun frei von Ungeziefer

Die Klinik veranlasste nach eigenen Angaben sofort umfangreiche Maßnahmen. Auch spezielle Spürhunde waren zum Auffinden der kleinen, papierdünnen Blutsauger im Einsatz. Mittlerweile sei die Klinik bis auf vier Zimmer wieder frei von Parasiten, hieß es.

„Das Auftreten von Bettwanzen ist kein hygienisches Problem“, sagte der ärztliche Direktor des Klinikums. Auch seien die Blutsauger mit größter Wahrscheinlichkeit ungefährlich.

Die nachtaktiven Wanzen kommen im Dunkeln aus ihrem Versteck

Die kleinen Tierchen sind die Pest. Tagsüber sind sie mit bloßem Auge nicht zu sehen, sie verstecken sich beispielsweise hinter Tapeten, Heizungsrohren oder auch in den Matratzen. Die nachtaktiven Bettwanzen kommen im Dunkeln aus ihren Verstecken. Im Unterschied zu einem Mückenstich spüren Menschen den einzelnen Stich einer Bettwanze nicht, Rötung und Juckreiz treten erst Tage später auf. Und sie vermehren sich schnell: Es genügt, wenn ein weibliches Tier mit in die Wohnung gelangt, denn ein einzelnes Weibchen kann Eier für bis zu 300 Nachkommen in sich tragen. Oft werden die blutsaugenden Parasiten erst bemerkt, wenn sie sich schon vermehrt haben und die vielen Tiere dann jede Nacht zustechen. Forscher arbeiten an einem Schnelltest, damit Kammerjäger vor Ort sofort bestimmen können, mit welchen Chemikalien sie die Tiere gezielt vernichten können.

rnd/dpa/hma