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Die Prinzessin will das Urteil anfechten. (Symbolbild).

Saudi-Prinzessin in Paris zu Bewährungsstrafe verurteilt

Hassa bint Salman, die Schwester des saudischen Kronprinzen, soll in Paris einen Handwerker gedemütigt haben. Nun ist sie verurteilt worden – härter als die Staatsanwaltschaft es gefordert hat. Doch das nimmt die 42-Jährige so nicht hin.

Paris. Die Schwester des saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman ist in Paris wegen des Vorgehens ihres Leibwächters gegen einen Handwerker zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das meldete die französische Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. Außerdem soll die Prinzessin Hassa bint Salman demnach 10.000 Euro Strafe zahlen. Ihr Anwalt Emmanuel Moyne kündigte umgehend an, Berufung gegen das Urteil einzulegen. „Die Prinzessin ist unschuldig“, sagte er der Zeitung „Le Figaro“.

Die Prinzessin soll ihren Bodyguard angewiesen haben, den Handwerker zu schlagen

Der Frau wurde laut AFP vorgeworfen, ihren Bodyguard angewiesen zu haben, einen Handwerker in Paris zu schlagen und zu demütigen. Dieser hatte dem „Figaro“-Bericht zufolge angegeben, mit seinem Handy Aufnahmen von einem Badezimmer gemacht zu haben, in dem Arbeiten anstanden. Dann sei die Prinzessin erschienen und habe ihm vorgeworfen, sie aufgenommen zu haben.

Der Leibwächter wurde den Medienberichten zufolge zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten und 5000 Euro Strafe verurteilt. Beide hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Laut AFP kritisierte der Anwalt der Prinzessin, die Verurteilung basiere nur auf den „unbegründeten, ja sogar lügnerischen Behauptungen“ des Handwerkers.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Königsfamilie Ärger mit der französischen Justiz hat

Die Prinzessin war weder bei der Verhandlung im Juli noch bei der Urteilsverkündung am Donnerstag anwesend. Gegen sie liegt den Berichten zufolge seit Ende 2017 ein Haftbefehl vor. Das Urteil gegen die saudi-arabische Prinzessin ist härter, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Königsfamilie aus Riad Ärger mit der französischen Justiz hat: Eine andere saudiarabische Prinzessin residierte 2012 mit einer rund 60-köpfigen Entourage monatelang im Pariser Luxushotel Shangri-La – und blieb am Schluss fast sechs Millionen Euro schuldig. Die Pariser Justiz ordnete später die Beschlagnahmung ihrer Güter in Frankreich an.

RND/dpa