Donnerstag , 24. Oktober 2019
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In einer Gaststätte in Feilbronn kam es zu unschönen Szenen einer Kundin (Symbolbild)

Nach Beleidigung eines behinderten Kindes: Facebook-Post eines Gastwirts bekommt viel Zuspruch

Nachdem eine Kundin in seinem Lokal ein behindertes Kind beleidigt hat, empört sich ein oberfränkischer Wirt bei Facebook. In dem emotionalen Post spricht der Wirt sich gegen Intoleranz aus – und bekommt dafür viel Zuspruch.

Ein Gastwirt aus Oberfranken hat sich in einem Facebook-Post für mehr Diversität und Toleranz in der Gesellschaft ausgesprochen. Der emotionale Post von Marcus Müller aus Veilbronn im Landkreis Bamberg ist in den letzten Tagen viral gegangen.

In seinem Wirtshaus fühlte sich eine Kundin Anfang Oktober offenbar belästigt, weil am Nebentisch eine Familie mit ihrem behinderten Kind saß. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, beschwerte die Kundin sich bei dem Personal. „Solche Menschen“ hätten kein Recht, in dem Restaurant zu essen und gehörten in ein Heim, „um dort zu verrotten“, zitiert Müller die Kundin in seinem Post – für den Wirt ein absolutes Unding. „Dann kriege ich Anfälle der schlimmsten Sorte.“

Wütende Beschwerde-Mail

Und die Zeterei war dem Wirt zufolge noch nicht alles: Kurze Zeit später erreichte ihn eine E-Mail, in der der anonyme Absender forderte, „man solle doch bitte darauf achten, welches Klientel man sich ins Haus holt“. Marcus Müller vermutet dahinter die Frau, die sich im Restaurant über das Kind beschwert hatte.

Dazu bezieht der Gastwirt auf Facebook klar Stellung. Er betont, in seinem Gasthaus seien alle Menschen willkommen, „egal ob du schwul, lesbisch, schwarz oder weiß bist. Uns ist es egal ob du dick oder dünn bist, jung oder alt, ob du ein Mensch mit Behinderung oder einfach nur anders bist.“ Wer damit ein Problem habe, der sei in seinem Lokal nicht willkommen. Auf Nachfragen von Facebook-Nutzern versicherte er, dass er die Mail ebenso deutlich beantwortet habe.

Wirt bekommt Zuspruch im Netz

Für den Post bekommt Müller auf Facebook viel Zuspruch. Inzwischen wurde er über 2.000-mal geteilt, in den Kommentaren loben die Nutzer Müllers Umgang mit dem Vorfall. „Sehr mutig, sehr klar. Klasse und danke dafür“, schreibt zum Beispiel ein Nutzer. „Respekt, einfach klasse, mit so viel Mut für Klarheit zu sorgen! Da zieh ich doch glatt meinen Hut!“, schreibt ein anderer. Einige kündigen an, den Gasthof gerade wegen des Statements bei Facebook nun auch besuchen zu wollen.

Kritiker werfen dem Gastwirt deswegen vor, den Vorfall als Werbung für sein Restaurant zu nutzen. „Darum geht es hier überhaupt nicht. Es geht hier um den Menschen und es geht um die Situation und um mehr nicht“, stellt Müller gegenüber dem Bayerischen Rundfunk klar.

RND/lzi