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Japans Kaiser Naruhito (r) nimmt an einer Zeremonie zu seiner Thronbesteigung in den heiligen Schreinen teil. Quelle: Uncredited/Kyodo News/AP/dpa

Japans Kaiser Naruhito teilt Gottheiten Thronbesteigung mit

Für Japans Kaiser Naruhito hat der Höhepunkt einer Reihe von Thronfolge-Ritualen begonnen. Zum Auftakt einer Zeremonie im Beisein von Würdenträgern aus Deutschland und vielen anderen Ländern suchte der Monarch bei strömendem Wetter zunächst die Gottheiten auf.

Tokio. Japans neuer Kaiser Naruhito ist zum Auftakt einer Zeremonie zu seiner Thronbesteigung in die heiligen Schreine seines Palastes gepilgert. Bei strömendem Regen suchte der 59-jährige Monarch am Dienstagmorgen (Ortszeit) in einer weißen Robe gekleidet die Schreine „Kashikodokoro“, den „Koreiden“ und den „Shinden“ auf. Bei dieser religiösen Zeremonie teilt der Monarch den Gottheiten mit, dass er am Nachmittag (Ortszeit) rund 2000 Würdenträgern aus dem In- und Ausland den Antritt seiner Regentschaft verkünden wird. Naruhito hatte sein Amt am 1. Mai nach Abdankung seines Vaters übernommen.

Bei der religiösen Zeremonie am Morgen wurde der Monarch von Hofbeamten begleitet, die zwei der Throninsignien trugen: ein Schwert sowie Krummjuwelen, die das Kaiserhaus der Sage nach von der Sonnengöttin Amaterasu Omikami erhalten hat. Den Mythen zufolge sind Japans Kaiser unmittelbare Nachfahren der Göttin. Niemand, selbst der Kaiser nicht, darf dabei einen Blick auf die Throninsignien werfen, die sich in Schutzhüllen befinden. Ihr Inhalt ist dazu zu heilig.

Akihito war seit 200 Jahren der erste Kaiser, der zu Lebzeiten abdankte

Der Kaiser schritt langsam zum „Kashikodokoro“, wo die Sonnengöttin verehrt wird, verbeugte sich tief und ging dann zum Beten hinein. Anschließend suchte er in ähnlicher Weise die beiden anderen Schreine auf. Am Nachmittag (Ortszeit) vollzieht der 126. Kaiser der ältesten Erbmonarchie der Welt dann im Beisein von rund 2000 Würdenträgern aus aller Welt eine Zeremonie zu seiner Thronbesteigung. Sie ist der Höhepunkt einer Reihe von Thronfolge-Ritualen, die im Mai begannen, nachdem Naruhito die Nachfolge seines Vaters Akihito angetreten hatte. Akihito war seit rund 200 Jahren der erste Kaiser Japans, der noch zu seinen Lebzeiten den Thron für seinen Nachfolger freimachte.

Bei dem 30 Minuten dauernden festlichen Akt namens „Sokuirei Seiden no gi“ (Zeremonie zur Inthronisierung des Kaisers) im Palast in Tokio werden am Dienstag auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der britische Kronprinz Charles erwartet. Eine ursprünglich im Anschluss geplante Parade des Kaiserpaares in einem offenen Wagen durch die Hauptstadt wurde aus Rücksicht auf die Opfer einer Taifun-Katastrophe vor wenigen Tagen auf den 10. November verschoben. In dem Monat folgt eine letzte, religiöse Zeremonie, bei der Naruhito seiner Sonnengöttin für den neuen Reis dankt und ihr Reis und Sake anbietet. Danach ist Naruhito endgültig in die Reihe der Kaiser aufgenommen.

RND/dpa