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Günther Jauch unterhält sich bei der Eröffnung des Restaurants "Villa Kellermann", das er in Zusammenarbeit mit Spitzenkoch Tim Raue führt, mit Gästen. Quelle: Friedrich Bungert/dpa

Günther Jauch ist “Gastronom des Jahres”: “Habe an Verwechslung geglaubt”

Die TV-Preise, die Günther Jauch in seinem Leben bekommen hat, dürfte er inzwischen nicht mehr zählen können – jetzt hat er ganz andere Auszeichnung bekommen, und die hat ihn selbst wohl am meisten überrascht.

München. Erst vor wenigen Wochen hat der TV-Moderator ein Restaurant eröffnet – und bekommt schon eine Auszeichnung dafür: Günther Jauch (63, „Wer wird Millionär“) ist vom Restaurant-Führer „Gault&Millau“ zum „Gastronom des Jahres“ in Deutschland gekürt worden. Die Tester urteilten über seine „Villa Kellermann“ in Potsdam: „Er ließ ein Stück Kulturgut aufwendig renovieren, öffnet es für ein genussfreudiges Publikum und schenkt Potsdam in Zusammenarbeit mit Tim Raue ein Vorzeigerestaurant mit weltläufigem Flair.“

Jauch selbst zeigte sich von der Auszeichnung überrascht: „Als ich davon hörte, habe ich es nicht fassen können und an eine Verwechslung geglaubt“, sagte der 63-Jährige der „Märkischen Allgemeinen“. Die Villa Kellermann sei ja noch keine zwei Monate geöffnet. „Die Tester müssen sich da wirklich rasend schnell eine Meinung gebildet haben“, so Jauch weiter.

Günther Jauch schmeckt das Essen in seinem Restaurant

Auf der Speisekarte des Restaurants stehen etwa „Entenleberterrine Sanssouci“, Rindertatarstulle mit Sauerampfer und Saiblingskaviar oder „Königsberger Klopse“. Jauch, der in Potsdam lebt, kaufte die Villa gegenüber dem Schloss Cecilienhof vor gut drei Jahren und ließ sie denkmalgerecht sanieren. Das im Jahr 1914 errichtete Gebäude am Heiligen See ist nach Schriftsteller Bernhard Kellermann („Der Tunnel“) benannt. Zu DDR-Zeiten wurde es vom DDR-Kulturbund genutzt – als öffentlicher Treffpunkt von Intellektuellen, Künstlern und Schriftstellern. Nach der Wende wurde in der Villa einige Jahre lang ein beliebtes Restaurant mit italienischer Küche betrieben.

Jauch schmeckt nach eigenen Angaben bisher alles, was er in seinem Restaurant probiert hat. Aber: „Eisbein hab ich ausgelassen“, verriet Jauch in der Talkshow „Hier spricht Berlin“ vom 1. Oktober schmunzelnd. Die Nachfrage nach der „Villa Kellermann“ ist so groß, dass Jauch dort auch nicht essen kann, wann er möchte – deshalb habe er darum gebeten: „Sie mögen mir Bescheid sagen, wenn wieder was frei ist.“

Koch des Jahres ist Tohru Nakamura

„Koch des Jahres“ ist der Küchenchef des Münchner Restaurants „Werneckhof“, Tohru Nakamura. Der 36-Jährige bekommt darin 19 von 20 möglichen Punkten. „Als Sohn einer deutschen Mutter und eines japanischen Vaters verinnerlichte er von klein auf in München und Tokio zwei kulinarische Welten“, urteilte die Chefredakteurin der Deutschland-Ausgabe, Patricia Bröhm. „Heute erleben seine Gäste, wie er europäische Avantgarde mit den Geheimnissen der traditionellen japanischen Küche zu etwas ganz Neuem webt, befeuert von hoher kulinarischer Intelligenz.“

Die Preisträger des „Gault&Millau“ 2020

Koch des Jahres: Tohru Nakamura vom „Werneckhof by Geisel“ in München Gastgeber des Jahres: David Breuer von der „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn Aufsteiger des Jahres: Christian Eckhardt vom „Purs“ in Andernach bei Koblenz Entdeckung des Jahres: Dustin Dankelmann vom „959“ in Heidelberg Sommelier des Jahres: Nina Mann vom „Victor’s Fine Dining by Christian Bau“ in Perl im Saarland Pâtissier des Jahres: Marco D’Andrea vom Hotel „The Fontenay“ in Hamburg Gastronom des Jahres: Günther Jauch von der „Villa Kellermann“ in Potsdam Bester deutscher Koch im Ausland: Heinz Beck vom „La Pergola“ in Rom

Acht weitere Köche erreichten mit 19,5 von 20 Punkten die höchste Wertung. Der Koch des Jahres wird zusätzlich nach anderen Kriterien ermittelt:

Christian Bau, „Victor’s Fine Dining by Christian Bau“ in Perl Sven Elverfeld, „Aqua“ in Wolfsburg Klaus Erfort, „GästeHaus“ in Saarbrücken Christian Jürgens, „Überfahrt“ in Rottach-Egern Torsten Michel, „Schwarzwaldstube“ in Baiersbronn Clemens Rambichler, „Waldhotel Sonnora“ in Dreis bei Wittlich Tim Raue, „Tim Raue“ in Berlin Joachim Wissler, „Vendôme“ in Bergisch Gladbach

RND/dpa

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