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Immer wieder bleiben Igel in Plastikbechern stecken. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Igel bleibt mit Kopf in Plastikbecher stecken – Retter mit besonderer Botschaft

Die Suche nach einer Winterhöhle wird für einen Igel in Soest zur lebensbedrohlichen Falle – doch zum Glück eilt ein Retter zur Hilfe. Sein Video vom Igel wurde bereits tausendfach geteilt. Das erklärte Ziel des filmenden Retters: auf ein großes Problem aufmerksam machen.

Soest. Auch ein Eisbecher aus Plastik kann zur Todesfalle werden. In Soest in Nordrhein-Westfalen ist ein Igel mit seinem Kopf in einem solchen Becher stecken geblieben. Zum Glück erkannte Daniel Minnich die Not, befreite den Igel – und drehte dabei ein Video.

Und das wurde zu einem Klickhit: Mehr als 52.000-mal wurde das von Minnich auf Facebook veröffentlichte Video bereits geteilt. Fast 800 Kommentare sammelten sich bislang unter dem Post. Die meisten Nutzer bedanken sich bei dem Retter und nennen ihn einen Helden oder ein Vorbild.

Retter ist Tier- und Umweltschützer

Daniel Minnich will die Aufmerksamkeit aber auf ein anderes Thema lenken: „Das passiert, wenn man seinen Müll auf den Boden wirft“, schreibt er zu seinem Video. Der „Bild“ sagt er: „Als ich den Igel sah, zückte ich meine Kamera und filmte, wie ich ihn befreite. Das müssen die Leute sehen, was ihr Müll anrichten kann.“

Seine Kritik ist Teil eines groß diskutierten Problems der letzten Jahre: Plastikmüll in der Natur. Seit Jahren warnen Tier- und Umweltschützer davor, dass Plastikmüll für Tiere gefährlich ist. Forscher haben mehr als tausend Fälle von in Plastikmüll verhedderten Haien und Rochen dokumentiert. Auch Pottwale sterben samt ihren Jungen immer wieder in im Ozean umhertreibenden Fischernetzen und eine Studie zeigte, dass 25 Prozent der Eisbären in Alaska Plastik im Magen haben.

Igel suchen Winterquartiere

Vanessa Michalski kommentiert unter dem Video auf Facebook: „Ich glaube, die Menschheit wird es nie lernen, ihren Müll in einen Mülleimer zu werfen.“ Sie fordert, dass Menschen ihren Müll zu Hause entsorgen.

Das sei besonders zum Herbstende wichtig: „Jetzt beginnt die Zeit, in der Igel ihr Winterquartier suchen. Lasst in Gärten und Grünanlagen Laubecken mit Kleingehölz liegen. Das brauchen Igel, um ihre Winterhöhle zu finden“, schreibt Almut Maldfeld auf Facebook. Wie das Rettungsvideo von Daniel Minnich zeigt, sind Eisbecher für eine Igel-Winterhöhle nicht geeignet. „Die Stacheln von Igeln klappen nach hinten weg, der Becher läuft spitzer zu. Er wäre da alleine nicht mehr rausgekommen“, sagte Birgit Hansen vom Verein Pro Igel der „Bild“.

Von Jan Russezki/RND

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