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Schauspielerin Jasna Fritzi Bauer

Jasna Fritzi Bauer: „Ich habe Schule gehasst wie sonst nichts!“

In der neuen Vox-Serie „Rampensau“ (immer mittwochs) muss noch mal die Schulbank drücken. Dass sie keine gute Erinnerung daran hat, verrät sie im RND.de-Interview.

Berlin. Welches war die schwierigste Szene für Sie beim Dreh von „Rampensau“?

Da gab es nichts besonders Schlimmes, aber zum Beispiel eine Nacktszene zu drehen ist für alle Beteiligten meistens unangenehm.

Sie spielen eine Krawallnudel, die nur bei ihrem Freund Jonas butterweich wird. Wie erklären Sie sich das?

Es gibt richtig viele, starke Frauen, bei denen man sich fragt: Warum hängen die an diesem Typen? So eine Abhängigkeit ist nicht zu erklären. Jeder Mensch kennt das, glaube ich, dass man mal an einem Punkt ist, an dem man trotzdem an etwas festhält, was sich rational nicht erklären lässt. Erst nach zehn Jahren fragt man sich: „Was war denn da eigentlich los mit mir?“

Wie anstrengend ist es, vor der Kamera immer Vollgas zu geben?

Wenn man einen Schauspieler wie mich bucht, weiß man, glaube ich, worauf man sich einlässt. (lacht) Es ist natürlich sehr, sehr anstrengend, 70 Drehtage lang so energetisch zu sein. Ich mache die Texte im Drehbuch zu meinen und schreibe sie didaktisch um. Das hatte ich vorher aber angekündigt, weil ich Angst hatte vor der Masse an Text.

Aber Sie spielen doch auch viel Theater. Wie ist es da mit dem Textlernen?

Ich musste glücklicherweise noch keine Klassiker wie zum Beispiel einen Shakespeare, Goethe oder Kleist spielen. Ich habe wahnsinnige Angst vor Texten in Reimform, weil ich mir absolut keine Reime merken kann. Außerdem kann man sich da wirklich nicht durchimprovisieren, wenn man einen Texthänger hat. Ich bin einfach ein wirklich schlechter Textlerner. Aber wenn ich einen Text falsch sage, dann sage ich ihn auch zu hundert Prozent immer falsch. (lacht)

Wie war es für Sie, Szenen an einer Schule zu drehen? Wird man da an die eigene Schulzeit erinnert?

Ich habe Schule gehasst wie sonst nichts. Das hat mich wahnsinnig angestrengt, in der Schule zu sein. Daraus habe ich beim Dreh so einige meiner Aggressionen gezogen. Mich hat Schule einfach genervt. Wir hatten zwar eine gute Zeit und waren eine coole Clique, aber sonst war’s einfach langweilig, und ich habe den Sinn nicht gesehen, warum ich zum Beispiel von irgendetwas die Potenz errechnen soll. Das war so frustrierend, wenn man es nicht verstanden hat, und ich habe es bis heute nie wieder gebraucht. Es wird einfach ein unendlicher Leistungsdruck aufgebaut, und man lernt viele Sachen, die einfach unspannend sind. In die Schule zu gehen war mir nie eine große Freude. Ich bin auch immer nur zu spät gekommen, weil ich morgens aufstehen schon immer schwierig fand. Irgendwann bin ich auch einfach nicht mehr hingegangen, habe wahnsinnig viel Schule geschwänzt und irgendwann dann abgebrochen.

Aber gibt es denn eine gute Alternative zur Schule?

Man muss ja auch was lernen. Aber vielleicht sollte man das Konzept von Schule überdenken. Es wird ja auch schon umgedacht. Ich glaube, wenn man einen coolen Lehrer hat, macht Schule auch Spaß. Ich weiß natürlich, wie stressig es ist, wenn man sich um 25 Kinder kümmern muss. Aber Unterrichtsgestaltung kann man ja auch nett und interessant machen, anstatt seinen Stoff runterzuleiern, den man seit 20 Jahren macht. Wenn Lehrer dich scheiße finden, hast du definitiv ein Problem.

Sie haben kein besonders gutes Bild von Lehrern. Dabei ist Ihr Bruder auch einer.

Was da schiefgelaufen ist, habe ich mich auch schon oft gefragt. Mein Bruder war, glaube ich, auch nicht besonders begeistert von seiner Schulzeit. Als er sich entschlossen hat, Lehrer zu werden, hat er zu mir gesagt: „Na ja, wer sonst? Warum soll nicht jemand Lehrer werden, der das nicht gemocht hat? Vielleicht kann der ja was verändern und es besser machen …“ Das finde ich einen sehr schönen Gedanken.

RND

Von Thomas Kielhorn/RND