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Ein Absperrband der Polizei untersagt unbefugtes Betreten. Zwei Monate nach dem Tod ihrer Kinder wurde die Mutter festgenommen. Ihr wird unter anderem der Mord an ihren beiden Kindern vorgeworfen. (Symbolbild) Quelle: picture alliance/dpa

Frau in Pennsylvania verhaftet – sie soll ihre Kinder erhängt haben

Ende September fanden Polizeibeamte in Pennsylvania eine schreckliche Szenerie vor: Zwei Kinder hingen an einem Stützbalken im Keller, ihr Herzstillstand war bereits eingetreten. Die Mutter sagte aus, ihre Kinder hätten sich selbst umbringen wollen. Jetzt wurde sie verhaftet.

Als Polizeibeamte am 23. September im Haus einer Mutter zweier Kinder eintrafen, bot sich ihnen eine schreckliche Szenerie: Im Keller, erhängt, baumelten der achtjährige Sohn und die vier Jahre jüngere Tochter von einem Stützbalken. Der Herzstillstand der beiden Kinder war bereits eingetreten. Sie verstarben wenige Tage später, so steht es in einer eidesstattlichen Erklärung.

Mutter sagt, ihre Kinder hätten sich selbst aufgehängt

Die Mutter der beiden Kinder soll den Beamten laut dem Fernsehsender CNN gesagt haben, dass sich ihre Kinder selbst umgebracht hätten. So soll ihr Sohn in der Schule gemobbt worden sein und darüber gesprochen haben, sich umzubringen. Beamten sagte die Mutter, er habe nicht allein sterben wollen.

Die Staatsanwaltschaft enttarnte dies als Lüge. Die Beamten hätten keine Hinweise finden können, dass der Junge gemobbt wurde.

Mutter wird verhaftet und des Mordes an ihren Kindern angeklagt

Am Montag, über zwei Monate nach dem Tod ihrer Kinder, wurde die 36-Jährige laut CNN verhaftet und des Mordes an ihren Kindern beschuldigt.

Ihr Anwalt wollte sich nicht zu dem Fall äußern. „Ich äußere mich der Presse gegenüber generell nicht zu noch laufenden Fällen“, entgegnete er einem CNN-Redakteur am Telefon.

Hatte die Mutter ein Motiv?

Der Bezirksstaatsanwalt John Adams sagte in einer Pressekonferenz, die Mutter würde auch jetzt noch behaupten, ihre Kinder hätten sich selbst umgebracht. Des Weiteren beschreibt Adams das Vorgehen sowie einige Befunde der Ermittler. Zu einem Motiv lässt er sich jedoch nicht hinreißen: „Ob es eine Erklärung für das Verhalten der Mutter gibt, weiß ich nicht. Ich glaube nicht, dass hier irgendjemand nachvollziehen kann, warum zwei unschuldige Kinder sterben mussten“, so Adams.

Der Mutter werden zweifacher Mord ersten Grades, die Gefährdung des Wohlergehens ihrer beiden Kinder, Totschlag, die Manipulation von Beweismaterial sowie Misshandlung und Geschlechtsverkehr mit Tieren vorgeworfen. Sie sitzt im Bezirksgefängnis von Berks County.

Mutter beharrt darauf, dass ihr Sohn schwer gemobbt wurde

Staatsanwalt Adams sagt, die Mutter der Kinder habe die Hundeleine, an der die Kinder gehängt wurden, am 22. September bestellt und am Morgen des 23. September aus dem Laden abgeholt. Dem Tag, an dem Ermittler die Kinder im Keller erhängt vorfanden.

Ersthelfer erzählen, dass die Kinder einen knappen Meter voneinander entfernt an einem Balken baumelten. Zwei Barhocker waren zur Seite umgestoßen worden. So steht es in der eidesstattlichen Erklärung.

Mutter alarmiert die Polizei

Die Mutter erzählte den Ermittlern, dass sie versucht habe, die nur rund 18 Kilogramm schwere Tochter hochzuheben, die Hundeleine aber nicht lösen konnte. Ihren rund 68 Kilogramm schweren Sohn konnte sie, so steht es in der Erklärung, nicht anheben. „Sie ist hochgegangen, hat die Polizei gerufen und ist nicht noch einmal in den Keller zurückgegangen“, steht in dem Dokument. Die Kinder starben drei Tage später.

Staatsanwalt Adams sagt, dass den Ermittlern die Situation von vornherein merkwürdig vorkam: „Normalerweise begehen Achtjährige keinen Selbstmord.“ Ein Überwachungsvideo vom selben Tag zeigt den Sohn, wie er aus dem Schulbus steigt – unbekümmert. „Auf dem Video wirkte er sogar glücklich“, so Adams.

Suchanfragen erwecken Aufmerksamkeit der Ermittler

Eine schriftliche Erklärung legt dar, dass die Mutter einem Zeugen nur drei Wochen vor dem Tod ihrer Kinder erzählt hatte, dass sie depressiv sei. Sie soll außerdem gesagt haben, dass ihre Kinder ihr egal seien.

Nur wenige Tage vor dem 23. September erweckten Onlinesuchanfragen das Interesse der Ermittler. So fragte die Mutter ihre Suchmaschine unter anderem, wie lange es dauern würde, bis man durch eine Kohlenmonoxidvergiftung sterben würde. Zudem suchte sie nach einfachen Möglichkeiten, jemanden zu erhängen.

Der Fall trifft die Ermittler „mitten ins Herz“

Bezirksstaatsanwalt John Adams erklärt, dass die Ermittler an einen emotional schwer zu handhabenden Fall geraten waren. „Immer, wenn der Missbrauch oder Tod von Kindern im Spiel ist, trifft es uns alle mitten ins Herz.“

RND/joe