Aktuell
Home | Nachrichten | Panorama | Todesschützen von Jersey City wurden wegen Mordes gesucht
David Anderson, einer der beiden Todesschützen von Jersey City. Quelle: Kent Police Department/AP

Todesschützen von Jersey City wurden wegen Mordes gesucht

Die beiden Angreifer, die in Jersey City drei Menschen in einem koscheren Supermarkt und einen Polizisten erschossen, waren „Hauptverdächtige” in einem Mordfall. Das teilte New Jerseys Justizminister Gurbir Grewal mit.

Nach Angaben der „New York Post“ nannte Justizminister Grewal jenseits der Tatsache, sie seien als „Hauptverdächtige“ geführt worden, keine weiteren Details der Verbindung von Anderson und Graham zu einem Mordfall am 7. Dezember in Jersey Citys Nachbarstadt Bayonne. Dort war der 34 Jahre alte Taxifahrer Michael Rumberger tot im Kofferraum seiner Limousine, eines Lincoln Towncar, gefunden worden

Nach Angaben des Staatsanwalts des zuständigen Landkreises Hudson County, so die „New York Post“, waren Polizisten von einem Anrufer über ein mögliches Verbrechen informiert worden und fuhren zu dem mutmaßlichen Tatort. Dort fanden sie Rumberger, der aus Jersey City stammt, bewusstlos im Kofferraum des Fahrzeugs. Er habe eine schwere Kopfverletzung gehabt und sei noch vor Ort für tot erklärt worden.

Als Officer Seals die Verdächtigen befragen wollte, wurde er mit einem Kopfschuss getötet

Grewal bezeichnete in einer Pressekonferenz am Mittwoch (Ortszeit) Rumberger als Uber-Fahrer, das Unternehmen stritt das jedoch ab. Am Dienstag, dem Tag des Verbrechens von Jersey City, bei dem die beiden Verbrecher die JC Grocery, ein koscheres Lebensmittelgeschäft im Stadtteil Greenville, stürmten, hatte der erfahrene Polizist Joseph Seals aus Jersey City Anderson und Graham in einem gestohlenen Fahrzeug der Umzugswagenvermietung U-Haul entdeckt, das im Zusammenhang mit dem Mord an Graham gesucht wurde. Als er das Paar befragen wollte, wurde er mit einem Kopfschuss umgebracht. Daraufhin entfaltete sich das Drama von Greenville. Nach stundenlangen Schusswechseln waren die Täter David Anderson und Francine Graham von der Polizei erschossen worden.

Mittlerweile wurde ein Video aus einer Überwachungskamera veröffentlicht, das zeigt, wie Anderson und Graham mit dem Umzugsfahrzeug gegenüber der JC Grocery, dem koscheren Lebensmittelgeschäft, anhalten und schießend langsam und gezielt auf den Laden zugehen – vorne Anderson, hinten die 50-jährige Graham.

„Ich tue dies, weil mein Schöpfer mir befohlen hat, dies zu tun“

Inzwischen wurde auch bekannt, dass in dem Fahrzeug eine Art Manifest mit antisemitischen und polizeifeindlichen Notizen gefunden wurde. Wie die „New York Post“ berichtet, stand auf einem handgeschriebenen Zettel: „Ich tue dies, weil mein Schöpfer mir befohlen hat, dies zu tun, und weil ich hasse, wen er hasst.“ Laut „New York Times“ bestätigten sich Vermutungen, dass Anderson und Graham Anhänger der afroamerikanischen Politsekte Black Hebrew Israelite Movement waren, die von US-Organisationen als „hate group“, also als Gruppe, die Hassparolen verbreitet, geführt wird. Entgegen ihrem Namen hat die Gruppe nichts mit dem konventionellen Judentum zu tun. Die Black Hebrew Israelites verbreiten in aggressiven Predigten die quasireligiöse, rassistische Botschaft, einzig Afroamerikaner, amerikanische Ureinwohner und Latinos bildeten das auserwählte Volk. Zu den zwölf Stämmen Israels, die im Alten Testament definiert werden, gehörten demnach keine Menschen weißer Hautfarbe.

Allerdings sei die Splittergruppe, die Hass gegen Juden und Menschen weißer Hausfarbe predigt, bisher noch nicht mit großflächigen Gewalttaten auffällig geworden wie etwa die Neonazi-Bewegung der White Supremacists, der „weißen Überlegenen“, sagte Heidi Beirich, Direktorin bei der Menschenrechtsgruppe Southern Poverty Law Center, der „New York Times“.

Von Daniel Killy/RND