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Am Lkw einer Firma war eine SS-Flagge befestigt. Quelle: Privat

Neuer Nazi-Skandal bei Gerüstbaufirma: SS-Flagge am Führerhaus

Ein Aufkleber „Führerhaus – Fahrer spricht Deutsch“ am Lkw einer Gerüstbaufirma hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Jetzt ist ein neues Foto des Firmenfahrzeugs aufgetaucht, darauf zu sehen: eine Flagge der Waffen-SS. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Neukloster. „Führerhaus – Fahrer spricht Deutsch“ – ein Aufkleber mit diesen Worten, gedruckt in Frakturschrift, war im Dezember an einem Lkw einer Gerüstbaufirma in Neukloster (Mecklenburg-Vorpommern) angebracht, der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Die Firma distanzierte sich daraufhin von rechtsextremem Gedankengut und versprach, ihre Fahrzeuge überprüfen zu lassen.

Erledigt hat sich der Fall damit aber offenbar noch nicht – im Gegenteil. Der „Hamburger Morgenpost“ (Mopo) wurde jetzt ein Foto des mutmaßlich selben Firmenfahrzeugs zugespielt, darauf zu sehen ist eine verbotene Flagge der Waffen-SS. Es deute nichts auf eine Fälschung hin, heißt es in dem Bericht. Auf dem Foto, das die Zeitung im Internet veröffentlichte, seien sowohl das Firmenlogo als auch der Sticker „Führerhaus – Fahrer spricht Deutsch“ zu erkennen.

Auf Anfrage der „Mopo“ teilte die Firma mit: „Wir haben sofort Strafanzeige erstattet und werden natürlich in vollem Umfang mit den Behörden zusammenarbeiten, um möglichst schnell die Täter ermitteln zu können.“ Und weiter: „Wir als Firma Gerüstbau Lentz B&T GmbH distanzieren uns entschieden von jeder Art rechtsradikalem Gedankengut. Jegliche Verherrlichung wird absolut nicht toleriert. Dies wurde ebenfalls sofort mit unseren Mitarbeitern ausgewertet.“

Polizei ermittelt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen

Pikant: Die „Mopo“ berichtet weiter von einem Facebook-Profil, das unter dem Namen eines führenden Mitarbeiters der Firma angelegt worden sein soll. Darauf sollen zwischenzeitlich Nazi-Bilder geteilt und Likes für rechtsextreme Bands sowie Seiten, die die Verbrechen der Wehrmacht verharmlosend darstellen, vergeben worden sein. Auf eine Anfrage diesbezüglich habe die „Mopo“ keine Antwort bekommen, dafür sei das Facebook-Profil gelöscht worden.

Inzwischen ermittelt auch die Polizei – wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, bestätigte eine Polizeisprecherin der Zeitung.

Von Sebastian Heintz/RND