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Im Prozess um den tödlichen Raserunfall im Sauerland hat das Landgericht Arnsberg ein erstes Urteil gefällt. Quelle: Bernd Thissen/dpa

Vorläufige Haftstrafe im Fall des tödlichen Raserunfalls im Sauerland

Im Prozess des tödlichen Raserunfalls im Sauerland ist ein vorläufiges Urteil gesprochen worden. Bei dem illegalen Autorennen zweier Männer kam eine Frau ums Leben. Jetzt verhängt das Landgericht Arnsberg eine Haftstrafe.

Arnsberg. Im Prozess um einen Raserunfall im Sauerland mit einer tödlich verletzten unbeteiligten Frau ist ein 43 Jahre alter Angeklagter zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Der zweite Angeklagte, ein 58-Jähriger, erhielt am Montagabend eine Bewährungsstrafe von neun Monaten. Das Landgericht Arnsberg sah es als erwiesen an, dass sich die beiden Männer im Sommer 2018 in Sundern ein illegales Autorennen geliefert hatten. Das Auto des 43-Jährigen kollidierte dabei mit einem voll besetzten Kleinwagen.

Illegales Autorennen kostete einer Frau das Leben

Eine 70-Jährige in dem Kleinwagen starb, die vier anderen Insassen wurden ebenfalls verletzt. Der 43-Jährige war laut Anklage mit 85 Stundenkilometern bei erlaubtem Tempo 50 deutlich zu schnell und hatte mehr als ein Promille Alkohol im Blut.

Die beiden Männer sollen zufällig aufeinandergetroffen und durch gegenseitige Provokationen spontan gegeneinander angetreten sein. Mit hoher Geschwindigkeit sollen sie laut Anklage immer wieder gegenseitig überholt und auch in einer Ortschaft nicht abgebremst haben. In einer Rechtskurve verlor der 43-Jährige dann die Kontrolle und stieß mit dem entgegenkommenden Kleinwagen zusammen.

Urteil ist noch nicht rechtskräftig

Der 43-Jährige erhielt die Haftstrafe wegen der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge in Tateinheit mit vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs, wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte. Der 58-Jährige sei wegen der Teilnahme an dem Rennen zu der Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den jüngeren Angeklagten eine Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten, für den älteren Fahrer eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten gefordert. Der Verteidiger des 58-Jährigen hatte für seinen Mandanten auf Freispruch plädiert. Auch der Anwalt des Unfallfahrers hielt für den 43-Jährigen eine Bewährungsstrafe für angemessen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

RND/dpa