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In einem Bochumer Seniorenheim wird künftig weniger Fleisch aufgetischt. (Symbolbild)

Für den Klimaschutz: Altenheimbewohner sollen weniger Fleisch essen

Auf jeden Bewohner eines Seniorenheims kommen im Schnitt acht Tonnen CO₂ pro Jahr – deutlich mehr, als das Pariser Klimaabkommen vorsieht. Eine Einrichtung in Bochum will nun gegensteuern. Ab sofort kommt hier weniger Fleisch auf den Teller.

Bochum. Der Fleischkonsum gehört zu den Klimakillern Nummer eins. Das wissen auch die Betreiber des Heinrich-König-Seniorenzentrums in Bochum. Wie die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) berichtet, soll hier genau aus diesem Grund künftig am Fleisch gespart werden.

„Wir versuchen, den Anteil zu verkleinern“, sagte Sabine Kirschbaum, Leiterin des Bereiches Hauswirtschaft, gegenüber der Zeitung. So soll zum Beispiel die Bratwurst künftig nur noch 100 statt 140 Gramm wiegen, in der Bolognese wird das Gehackte durch Gemüse ersetzt. „Wir sind da gerade in der Versuchsphase. Mittlerweile gibt es an einem Tag pro Woche nur noch vegetarisches Essen“, erklärte sie weiter.

„Vegetarisch ist in dieser Generation schwierig“

Ein komplett vegetarisches Angebot sei in der Einrichtung allerdings nicht möglich. „Das ist in dieser Generation schwierig. Fleischersatz kommt bei den Bewohnern nicht so gut an, und gerade bei alten Menschen ist es natürlich wichtig, auf eine ausreichende Nährstoffversorgung zu achten“, so die Hauswirtschaftlerin. Deshalb wolle man sich langsam herantasten – mit Feingefühl.

Die Umstellung des Speiseplans komme nicht von ungefähr: Auf jeden Bewohner eines Pflegeheimes kommen im Schnitt acht Tonnen CO₂ pro Jahr, heißt es in einer Auswertung der Arbeiterwohlfahrt (AWO), zu der das Seniorenheim gehört. Das ist achtmal höher, als es das Pariser Klimaabkommen vorsieht. Allein 40 Prozent der Emissionen fallen laut der Erhebung auf die Verpflegung der Bewohner zurück.

In dem Seniorenzentrum habe man darum ein Projekt für den Klimaschutz gestartet. Bei den Bewohnern komme das insgesamt gut an. „Viele Bewohner stellen auch kritische Fragen. Wenn wir die Idee dahinter gut erklären, gibt es viel Verständnis“, heißt es.

RND/msc