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Polizisten stehen an einem verunglückten Schulbus. Quelle: Swen Pförtner/dpa

Schulbusse “bis zum Anschlag vollgestopft”: Forderung nach Anschnallpflicht

Schulbusse würden “bis zum Anschlag vollgestopft”, kritisieren bayerische Elternverbände nach zwei schweren Unfällen. Das Gremium fordert eine generelle Sitz- und Anschnallpflicht in Schulbussen. Aktuell dürfen Schüler in Linienbussen auch stehend und ungesichert transportiert werden.

München. Die bayerischen Elternverbände fordern eine generelle Sitz- und Anschnallpflicht in Schulbussen, nachdem am Donnerstag zwei Schulbusse verunglückt sind. „Es ist genau das eingetreten, wovor wir gewarnt haben“, sagte Susanne Arndt, Vorsitzende der Landeselternvereinigung der bayerischen Gymnasien.

Die Elternvertreter setzen sich seit mehr als zehn Jahren für eine Änderung der Straßenverkehrsordnung ein. Aktuell dürfen Schüler in Linienbussen – anders als im Reiseverkehr – auch stehend und ungesichert transportiert werden. Dies sei gerade für jüngere Kinder, die schwere Schulranzen tragen und sich oft nur schlecht festhalten können, enorm gefährlich, betont Arndt.

Zwei schwere Schulbus-Unfälle in Bayern und Thüringen

Derzeit werde zudem Geld gespart, indem die Busse „bis zum Anschlag vollgestopft“ werden. Mit einer Gesetzesänderung könne man diese Praxis beenden. Sie sieht deshalb Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in der Pflicht. Den Busfahrern will Arndt dagegen keine Vorwürfe machen. Diese könnten aufgrund der engen Zeitpläne oft gar nicht auf die Sicherheit der Kinder achten.

Hintergrund sind zwei schwere Unfälle, die sich am Donnerstag ereigneten. Nahe dem thüringischen Eisenach geriet am Vormittag ein Schulbus ins Schlittern und rutschte rückwarts einen Hang hinunter. Zwei achtjährige Kinder kamen ums Leben, 20 weitere Grundschüler wurden zum Teil schwer verletzt. Fast zur gleichen Zeit verunglückte auch in Oberbayern ein Schulbus. Dabei wurden neun Kinder leicht bis mittelschwer verletzt.

RND/dpa