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Ein Beagle-Welpe. (Archivfoto) Quelle: picture alliance / imageBROKER

Betrug: Welpenhändler bieten angeblich gerettete Hunde aus Skandallabor an

Betrügerische Welpenhändler nutzen die Schließung des Skandal-Tierversuchslabors bei Hamburg für eine miese Masche. Sie bieten angeblich aus dem Labor gerettet Beagle-Welpen an und behaupten, die Tiere würden bei Nichtvermittlung eingeschläfert.

Der Fall des wegen massiver Tierschutzverstöße in die Kritik geratenen Labors LPT in Neu Wulmstorf bei Hamburg hatte bundesweit für Entsetzen gesorgt. Hunde und Affen wurden bei Versuchen misshandelt, vor einigen Tagen wurde dem Labor schließlich die Betriebsgenehmigung entzogen. Anschließend retteten Tierschützer auch rund 90 Beagle-Welpen – und genau diesen Umstand nutzen Betrüger für eine miese Masche aus.

Der Verein Vier Pfoten warnt auf seiner Homepage vor „skrupellosen Betrügern“, die vorgeben würden, ein neues Zuhause für vermeintliche Laborhunde zu suchen. Dabei seien die verbliebenen 96 Beagle des Tierversuchslabors bereits ausnahmslos an Tierheime und Vereine vermittelt worden. „Illegale Welpenhändler nutzen das Schicksal der Laborhunde und die Empathie von Tierfreunden, um ihre betrügerischen Geschäfte zu betreiben. Wir warnen vor Inseraten im Internet und Messengerdiensten von angeblichen Tierrettern, die Beagle aus dem Todeslabor vermitteln wollen. Solche Anzeigen sind blanker Betrug“, sagt Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei Vier Pfoten.

Betrüger behaupten, dass Welpen eingeschläfert würden

Besonders perfide sei, dass die Händler behaupteten, die Beagle würden eingeschläfert, wenn sich nicht schnell ein neues Zuhause findet. „Tatsächlich wurden alle Hunde aus dem Versuchslabor in Hamburg bereits vermittelt und kein Tier wird eingeschläfert“, stellt Daniela Schneider klar.

Dem wegen massiver Tierschutzverstöße in die Kritik geratenen Labor LPT in Neu Wulmstorf war vor Kurzem die Betriebsgenehmigung entzogen worden. Tierschützer hatten im Oktober aufgedeckt, dass in dem Labor im Ortsteil Mienenbüttel Hunde und Affen bei Versuchen misshandelt wurden.

Etwa 50 Katzen hatten noch Ende 2019 ein neues Zuhause gefunden. „Es konnten alle Katzen gerettet werden, das ist auf jeden Fall Fakt“, sagte Friedrich Mülln. Etwa 200 Affen hatten der Soko Tierschutz zufolge nicht so viel Glück. Sie wurden Mülln zufolge noch im vergangenen Jahr verkauft und damit wieder in den Kreislauf der Tierversuchsindustrie gegeben.

RND/seb mit dpa