Donnerstag , 27. Februar 2020
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Die Beamten kontrollieren jede Zufahrt zu der Klinik. Quelle: Rainer Dröse

Mafia-Boss in Behandlung? Massives Polizeiaufgebot an Krankenhaus in Hannover

Polizeischutz für einen ungewöhnlichen Patienten an der MHH in Hannover. Ein mutmaßliches Clan-Mitglied vom Balkan lässt sich mit Schusswunden für eine Behandlung einfliegen. Warum bewacht ihn die Polizei und nimmt ihn nicht fest?

Hannover. Mit Schussverletzungen hat sich ein mutmaßliches Clan-Mitglied vom Balkan für eine Behandlung nach Hannover fliegen lassen. Der Mann wird in der Medizinischen Hochschule von der Polizei bewacht. „Ich kann bestätigen, dass sich in der Medizinischen Hochschule eine Person befindet, für die es nach Angaben des Landeskriminalamtes ein besonderes Schutzbedürfnis gibt“, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD). „Man ist mit dem Flugzeug hierhergekommen, um sich behandeln zu lassen.“ In Deutschland werde der Mann nicht wegen Straftaten gesucht. Er stamme vom Balkan und könne sich ohne Visum befristet in Deutschland aufhalten.

27 Einschüsse in Armen und Beinen

Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ soll vor einigen Tagen ein hochrangiges Clan-Mitglied aus Montenegro mit Schussverletzungen eingeflogen worden sein. Er lag demnach zuvor in einem montenegrinischen Krankenhaus und soll 27 Einschüsse in Arme und Beine gehabt haben. In Hannover hoffe er, besser versorgt zu werden. Die Behandlungskosten trage er selber. „Es geht um einen Mann, der sich offenbar wegen Schussverletzungen behandeln lässt“, sagte der Minister.

Wie Pistorius sagte, trage das Land die Kosten für den Polizeischutz. Es gehe auch um den Schutz Unbeteiligter, wie etwa Patienten und Mitarbeiter der Klinik. Die Medizinische Hochschule selber wollte sich zu dem Patienten nicht äußern.

Blutige Fehde zwischen Mafia-Clans in Montenegro

In Montenegro liefern sich zwei Mafia-Clans seit mehreren Jahren eine blutige Fehde, bei der es sich um Drogengeschäfte dreht. Die eine Bande soll der anderen 200 Kilo Kokain gestohlen haben, das in Spanien gelagert war. Mindestens 23 Menschen sollen seitdem gewaltsam ums Leben gekommen sein.

RND/dpa