Donnerstag , 27. Februar 2020
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Fotos von Rebecca auf einem Flyer. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Mutter von verschwundener Rebecca: “Ich denke, dass sie weggesperrt ist”

Vor einem Jahr verschwand die 15-jährige Rebecca spurlos aus der Wohnung ihrer Schwester. Bis heute glaubt ihre Mutter Brigitte fest daran, dass ihre Tochter noch lebt. “Ich denke, dass sie wirklich weggesperrt ist. (…) Bei irgendeinem Spinner, der sie einfach nur festhält”, sagte sie jetzt in einem RTL-Video.

Sie hat ein Jahr Horror hinter sich. “Wann ist dieser Albtraum zu Ende?”, fragt Brigitte Reusch, Mutter der vor Jahresfrist verschwundenen Rebecca. Ihre Gefühlslage, so verriet sie dem Sender RTL, sei eine Mischung aus Trauer, Verzweiflung, Bangen. Doch sie sei auch voller Hoffnung, dass Rebecca wieder auftaucht. In einem RTL-Video gibt Reusch sich fest davon überzeugt, dass ihre Tochter noch am Leben ist.

Jeden Morgen wird Rebeccas Foto begrüßt

Reusch führt ein Leben voller Hoffnungsrituale. Allmorgendlich und jeden Abend begrüßt sie das große Foto Rebeccas, das sie aufgestellt hat, mit den Worten “Guten Morgen, Püppi” oder “Guten Morgen, mein Schatz”. Schlimm sei die Stille im Haus seither. Reusch erinnert sich an früher: “Ich habe ihr die Brote gemacht, dann hat sie schnell gefrühstückt, oder ich habe es ihr hinterhergetragen, weil sie sich ja noch fertiggemacht hat. Und teilweise hat sie so lange getrödelt, dass sie dann den Bus verpasst hat. Wir hatten morgens immer Hektik, und jetzt ist Ruhe.”

In den Wochen, die dem rätselhaften Verschwinden folgten, habe Reusch “eigentlich nur funktioniert”. Es sei eine Zeit voller Mitleidsbekundungen, aber auch voller Verdächtigungen gewesen: “Ich war entsetzt, wie weit Menschen gehen.” Der schlimmste Moment sei die Verhaftung ihres Schwiegersohns Florian R. gewesen. Bis heute ist Reusch von dessen Unschuld überzeugt.

Brigitte Reusch: “Für mich lebt Rebecca”

“Ich denke, dass sie wirklich weggesperrt ist. (…) Bei irgendeinem Spinner, der sie einfach nur festhält. Für mich lebt sie”, sagt Reusch bei RTL. Sie räumt ein, dass sie aber auch mit Rebeccas Tod umgehen könne. Nur die Ungewissheit sei furchtbar. “Silvester, müssen wir ehrlich sagen, waren wir alle sehr traurig. (…) Wir hatten hier wirklich fünf Minuten Gruppenumarmung und nur geweint.”

Die damals 15-jährige Rebecca aus Berlin wird seit dem Morgen des 18. Februar 2019 vermisst. Zuletzt hatte die Schülerin bei einer ihrer Schwestern und deren Ehemann in der Wohnung übernachtet. Die Kriminalpolizei ging schon bald von einem schweren Verbrechen aus.

RND/hal