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Ausläufer des Orkantiefs "Victoria" sind am Sonntag mit schweren Sturmböen über NRW gefegt. Quelle: Alexander Forstreuter/Nord-West-Media TV/dpa/Montage RND

Orkantief „Victoria“ wütet: Umgestürzte Bäume, Behinderungen im Bahnverkehr

Sturmböen haben in Teilen Deutschlands erneut heftig gewütet. Umgeknickte Bäume und abgerissene Äste blockierten Bahngleise und Straßen.

Hannover. Eine Woche nach Orkantief „Sabine“ kam „Victoria“, teils wüteten heftige Sturmböen. Vor allem im Bahnverkehr kam es zu Behinderungen.

So musste die Deutsche Bahn am Sonntagabend wegen Sturmschäden mehrere Strecken sperren. Die Züge zwischen Hamburg und Berlin mussten über Stendal umgeleitet werden, wie die Bahn mitteilte. Der Halt an den Bahnhöfen Wittenberge, Ludwigslust und Büchen entfiel. Zwischen Hamburg und Münster wurden die Züge über Hannover umgeleitet, der Halt an den Bahnhöfen Bremen, Osnabrück und Münster entfiel.

Bis auf kleinere Ausnahmen waren die Zugstrecken am Montagmorgen aber wieder frei. Auch der Fernverkehr zwischen Hamburg und Berlin fuhr wieder, wie die Bahn bei Twitter mitteilte. Eine Ausnahme gebe es in Nordrhein-Westfalen: Dort sei der Regionalverkehr eines anderen Anbieters zwischen Mönchengladbach und Venlo betroffen. Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn, die auf der Strecke Köln – Amsterdam fahren, hielten deshalb nicht in Mönchengladbach.

Orkantief „Victoria“: Schwere Sturmböen über NRW

Vor allem über NRW fegten am Sonntag Ausläufer des Orkantiefs „Victoria“ mit schweren Sturmböen über NRW gefegt. Der Sturm erreichte in der Eifel und im Aachener Raum orkanartige Stärke mit Geschwindigkeiten um die 100 Kilometer pro Stunde.

Bei Rheine im Münsterland stürzte ein Baum auf eine Oberleitung, etwa 200 Reisende mussten daraufhin einen Intercity verlassen. Die Fahrgäste in dem Zug von Berlin nach Amsterdam sollten am Sonntagnachmittag mit Bussen zu nahe gelegenen Bahnhöfen gebracht werden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Berlin.

Die Feuerwehr verzeichnete in der Städteregion Aachen bis zum Sonntagabend 145 Einsätze sowie in der Stadt Aachen 115 Einsätze wegen umgestürzter Bäume und herabgefallener Äste. Zeitweise wurde die A44 gesperrt.

Umgestürzte Bäume und Blechschäden in Niedersachsen

In Niedersachsen führten Ausläufer des Orkantiefs „Victoria“ am Sonntag zu zahlreichen Feuerwehreinsätzen und zu Beeinträchtigungen im Zugverkehr. Auf der Autobahn 29 sind bei Oldenburg fünf Autos mit einem auf die Fahrbahn gestürzten Baum kollidiert. Ein weiterer Wagen prallte bei einem Ausweichversuch in die Leitplanke, wie die Polizei mitteilte. Auf der Autobahn 28 bei Westerstede prallte ein Streifenwagen gegen einen umgestürzten Baum.

Im Landkreis Nienburg (Weser) stürzte am Abend bei Hoya ein Baum auf ein fahrendes Auto. Auch der Wagen einer 23-Jährigen wurde beschädigt, sie konnte den auf der Straße liegenden Ästen nicht mehr rechtzeitig ausweichen, hieß es von der Polizei. In Edewecht (Landkreis Ammerland) traf ein Baum einen vorbeifahrenden Kleintransporter.

In ganz Niedersachsen meldeten die Polizeidirektionen zahlreiche umgestürzte Bäume – verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen aber niemand. Der Feuerwehrverband des Landkreises Aurich schrieb in der Nacht: „Victoria zeigt sich gnädig gegenüber Feuerwehren.“

Umgestürzte Bäume und einzelne Sperrungen in Hessen

Wegen den Ausläufern von Orkantief „Victoria“ müssen sich Autofahrer in Osthessen am Montagmorgen auf kleinere Einschränkungen einstellen. Auf der Bundesstraße 27 ist südlich von Fulda ein etwa sechs Kilometer langer Abschnitt zwischen Döllbach und Motten gesperrt, teilte die Polizei mit. Die Straße könne frühestens zu Tagesbeginn geräumt werden. Dasselbe gilt für zwei gesperrte Landesstraßen: L 3069 zwischen Hönebach und Friedewald (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und L 3071 zwischen Wahlen und Kirtorf (Vogelsbergkreis).

In ganz Osthessen stürzten am Sonntagabend Bäume um. Bei Döllbach (Landkreis Fulda) und bei Homberg/Ohm (Vogelsbergkreis) kollidierte jeweils ein fahrendes Auto mit einem Baum. Verletzt wurde niemand.

RND/dpa/seb